Bericht an die Presse,
29.04.2012 | Birgit Kalberlah
Sonderveranstaltung Schaubrauen
Ein jedem wohl bekanntes Geräusch leitete am vergangenen Samstag Vormittag die Mitmachveranstaltung des Regionalmuseums Reichelsheim Odenwald ein: mit dem Füllen eines Glases mit einem köstlichen Bier begann die etwa viertelstündige Information über das Brauen mit den Mitteln, wie sie den Hausbrauern vor rund hundert Jahren zur Verfügung standen. Mit dem Ziel vor Augen, dass jeder mit einfachen Mitteln selbst Bier brauen kann, schritt die Gruppe alsdann zur Tat. Unter fachkundiger Anleitung der Mitglieder von Mc Stout – IG Reichelsheimer Hobbybrauer wurde nun die Bierwürze hergestellt. Zunächst wurde Malz abgewogen und in Wasser geschüttet, wobei unter ständigem Rühren die verschiedenen Temperaturstufen eingehalten werden mussten. Die so entstandene Maische wurde dann geläutert, indem die Malzanteile mittels eines Siebes von der Flüssigkeit getrennt wurden. Zurück blieben der Treber auf der einen Seite und die zuckerhaltige Flüssigkeit auf der anderen Seite. Im nächsten Schritt wurde dann Hopfen in die kochende Zuckerlösung gegeben. Nach einer geraumen Zeit erfolgte die Feinfilterung durch ein Filtertuch um Hopfen- und Eiweißtrub aus der Flüssigkeit auszuschlagen. Am späten Nachmittag lag dann das Ergebnis vor: die Gruppe hatte 20 Liter Bierwürze hergestellt!
Beim Schaubrauen im Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald konnten Interessierte unter fachkundiger Anleitung von Mc Stout – IG Reichelsheimer Hobbybrauer selbst aktiv werden. Nach dem Maischen (Einrühren von Malz in Wasser), dem Läutern (Filtern der Maische durch ein Sieb) und der Zugabe von Hopfen erfolgt die Feinfilterung durch ein Filtertuch zur Ausschlagung von Hopfen- und Eiweißtrub. Foto: Birgit Kalberlah
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Bericht an die Presse, 23.04.2012 | Birgit Kalberlah
Vortragsreihe: Leben und arbeiten in der Region – einst und jetzt "1916
– Die Hölle von Verdun"
Horst Rapp (Wersau)
Das Regionalmuseum
Reichelsheim Odenwald lädt am Donnerstag, den 10. Mai 2012 um 19.30 Uhr in den
historischen Rathaussaal des Museums, Rathausplatz 7, ein. Im Rahmen der
Vortragsreihe „Leben und arbeiten in der Region – einst und jetzt“ referiert
Horst Rapp (Wersau) über das Thema „1916 – Die Hölle von Verdun“. Die Basis
für diesen geschichtlich hochinteressanten Vortrag bildet seine eigene
Bildersammlung über die Geschehnisse des Ersten Weltkrieges rund um Verdun
(Frankreich). Dabei streift er auch die Einsätze der hessischen Regimenter,
insbesondere des Darmstädter Leibgarde-Infanterie-Regimentes Nr. 115 (1.
Großherzoglich Hessisches). Die Leitung dieser Veranstaltung obliegt Andreas
Uhrig.
Bericht an die Presse,
23.04.2012 | Birgit Kalberlah
Buchvorstellung zum
1000-jährigen Jubiläum des Ortsteils Eberbach
Am Samstag, den
12. Mai 2012 um 19:00 Uhr wird im historischen Rathaussaal des Regionalmuseums
Reichelsheim Odenwald, Rathausplatz 7, ein Buch anlässlich des 1000-jährigen
Jubiläums des Reichelsheimer Ortsteils Eberbach vorgestellt.
Als König Heinrich II. vor 1000 Jahren am 12. Mai 1012 dem Kloster Lorsch den Odenwälder Wildbann schenkte, wurden in den betreffenden Urkunden, wie dem bekannten Lorscher Codex, als Grenzpunkt unter anderem auch Eberbach genannt. Somit kann Eberbach im Jahr 2012 das 1000-jährige Jubiläum seiner urkundlichen Ersterwähnung begehen. Das idyllische Eberbacher Wiesental bei Reichelsheim mit seinen jahrhundertealten Gehöften hat seine Ursprünglichkeit bis heute erhalten. Erika Hörr aus Höchst/Hassenroth war es schon lange ein großes Anliegen, alle Unterlagen und Daten, die sie für diesen Weiler gesammelt und zugeordnet hatte, zu veröffentlichen. Nach ihrem großen Buch „Die Dingeldein aus dem Odenwald“, das besonders auch nach Übersee verkauft wurde, ist dies nun ihre zweite heimatkundliche Veröffentlichung. Das Ergebnis ist ein 220-seitiges, reich bebildertes Buch, welches nun im Rahmen der 10. Reichelsheimer Nachtschwärmerei am 12. Mai 2012 im historischen Ambiente des Regionalmuseum Reichelsheim der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die Bevölkerung ist hierzu herzlich in das Museum eingeladen.
Das Buch ist bei der Autorin Erika Hörr selbst, bei Andreas Uhrig in Reichelsheim/Eberbach, beim Schuhgeschäft Schnürsenkel in Reichelsheim oder unter dornmuehle@uhrig-urish.de erhältlich.
Bericht an die Presse, 07.04.2012 | Birgit Kalberlah
Auf den Spuren alter Handwerkskunst - Bierbrauerei im Odenwald
Noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Bier von Frauen am heimischen Herd hergestellt. Mit dem Aufkommen der industriellen Bierherstellung geriet dieses alte Brauchtum des Hausbrauens jedoch immer mehr in Vergessenheit. Das Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald lädt daher unter dem Motto „Auf den Spuren alter Handwerkskunst“ alle Interessierten zu einer Zeitreise durch die Odenwälder Brauereigeschichte ein. Am Donnerstag, 26. April 2012 um 19:30 Uhr referiert Dr. Peter W. Sattler (Mossautal) im historischen Rathaussaal des Museums, Rathausplatz 7, in einem kurzweiligen Vortrag mit Bildern über das Bierbrauen früher und heute im Odenwald. Der Arbeitskreis
des Regionalmuseums Reichelsheim Odenwald lädt auch 2012 wieder zur
Vortragsreihe „Leben und arbeiten in der Region Reichelsheim – einst und jetzt
-“ in den historischen Rathaussaal am Rathausplatz 7 ein.
Zusammen mit Mc Stout – IG Reichelsheimer Hobbybrauer möchte das Regionalmuseum die alte Tradition des Bierbrauens wieder aufleben lassen. Am Samstag, 28. April 2012 können Interessierte von 9:00 bis 18:00 Uhr im Seminarraum des Museums zur Tat schreiten: an diesem Tag werden nach einer kurzen Einführung zu Brauzutaten und Brauvorgang 20 Liter Bierwürze hergestellt, die zu einem späteren Zeitpunkt zu Bier vergoren wird. Jeder Teilnehmer erhält nach Ende der Gär- und Lagerzeit zur Erinnerung zwei Flaschen Selbstgebrautes. Da die Teilnehmerzahl auf 10 Personen begrenzt ist, bittet das Museum um vorherige verbindliche Anmeldung bei Frank Steckenreuter
(Tel.: 06164 55527; E-Mail:
familie.steckenreuter@t-online.de) oder bei Markus Winterstein (Tel.: 06164 500152; E-Mail: info@mcstout.de); der Unkostenbeitrag für Verpflegung und Brauzutaten beträgt 10,00 € pro Person.
In Anlehnung an den jährlich am 23. April wiederkehrenden Tag des deutschen Bieres werden der Vortrag und das Seminar begleitet durch eine Sonderausstellung über die Reichelsheimer Brauerei Heil und über Sebastian Dingeldein, ein Reichelsheimer Bierbrauer in Springfield / Missouri (USA).
Bericht an die Presse, 28.03.2012 | Birgit Kalberlah
Sonderveranstaltung „Geldwechsel – Wechselgeld“
Der Arbeitskreis
des Regionalmuseums Reichelsheim Odenwald lädt auch 2012 wieder zur
Vortragsreihe „Leben und arbeiten in der Region Reichelsheim – einst und jetzt
-“ in den historischen Rathaussaal am Rathausplatz 7 ein.
Zurzeit präsentiert das Museum eine Wanderausstellung in Zusammenarbeit mit
dem hessischen Staatsarchiv Darmstadt. Unter dem Motto „Geldwechsel –
Wechselgeld“ wird die Geschichte des Geldes von circa 1500 bis 2000 den
Besuchern dargestellt. Umrahmt wird diese Präsentation durch Leihgaben des
Sparkassenmuseums Starkenburg/Heppenheim und Leihgaben aus dem Archiv der
Volksbank Odenwald eG. So sind beispielsweise historische Sortenumrechner und
Rechenmaschinen, historische Sparbücher und Spardosen sowie Protokollbücher
der Vorstandssitzungen des Spar- und Kreditvereins aus dem 19. Jahrhundert zu
bestaunen. Historische Geldscheine und Münzen aus der Sammlung von Heinz Götz,
Un-ter-Ostern, runden das Erscheinungsbild dieser interessante Ausstellung ab.
Sie kann noch bis zum 30. April 2012 zu den regulären Öffnungszeiten (sonntags
von 15:00 bis 17:00 Uhr) besucht werden. Für Schulklassen und andere Gruppen
besteht die Möglichkeit Sondertermine zu buchen; Terminvereinbarung unter Tel.
06164 2369 (Wolfgang Schwinn) oder Tel. 06164 508-26 (Gemeindeverwaltung
Reichelsheim).
Im Rahmen seiner
Ausstellung „Geldwechsel – Wechselgeld“ sind im Regionalmuseum Reichelsheim
Odenwald
auch Exponate wie die hier abgebildeten historischen Sortenumrechner (links)
und Rechenmaschinen (rechts) zu besichtigen. Foto: Birgit Kalberlah
Bericht an die Presse, 26.03.2012 | Birgit Kalberlah
Neuwahl des Arbeitskreisleiters und Veranstaltungen der ersten Jahreshälfte
In der Monatssitzung März 2012 des Arbeitskreises Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald stand neben den üblichen Regularien nunmehr auch die Wahl des neuen Arbeitskreisleiters auf der Tagesordnung. Einstimmig gewählt wurde das Arbeitskreismitglied Gerd Lode. Der ehemalige langjährige Bürgermeister der Gemeinde Reichelsheim zeigt schon immer Interesse an der Ortsgeschichte und hat bereits in der Vergangenheit dazu beigetragen, dass Archivmaterial aus Reichelsheim und seinen Ortsteilen dem gemeindlichen Archivbestand hinzugefügt werden konnte. Bereits während seiner damaligen Amtszeiten als Bürgermeister konnte er aus der Bürgerschaft Archivare für das Gemeindearchiv gewinnen.
Die Tätigkeit des Arbeitskreises beinhaltet unter anderem die Betreuung der Abteilungen Eisenbahn, Bergbau, Schule und regionales Handwerk sowie eines sehr umfangreichen und stetig anwachsenden Bilderarchivs. Des Weiteren finden umfangreiche Veranstaltungen und Ausstellungen statt, die der Arbeitskreis in einem jährlich erscheinenden Veranstaltungskalender publik macht.
So können die Besucher zurzeit eine Wanderausstellung zum Thema „Geldwechsel – Wechselgeld“ besichtigen. Am 26. und 28. April 2012 können sich Interessierte über das historische Bierbrauen informieren und nach erfolgter Anmeldung gerne auch selbst Hand anlegen. Im Rahmen der Vortragsreihe „Leben und arbeiten in der Region Reichelsheim – einst und jetzt“ wird Horst Rapp am 10. Mai 2012 über „1916 – Die Hölle von Verdun“ referieren. Unter dem Motto „Sie fielen vom Himmel“ findet am 3. Juni 2012 eine geführte Wanderung zu den Absturzstellen amerikanischer Militärflugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg statt. Eine Erinnerungsveranstaltung „125 Jahre Odenwälder Lieschen“, so die liebevolle Bezeichnung für die Reinheim-Reichelsheimer Eisenbahn, schließt dann am 16. und 17. Juni 2012 das Programm der ersten Jahreshälfte ab.
Auch für Kinder soll das Museum attraktiv werden. So werden beispielsweise schon seit geraumer Zeit Veranstaltungen unter dem Namen „Geologie für Kinder“ angeboten. Ferner beteiligt sich das Museum auch in diesem Jahr wieder bei den gemeindlichen Ferienspielen im Sommer und wird den Kindern ihren Wohnort bei einer Ortsrallye nahe bringen.
Alle Veranstaltungen des Museums können Interessierte dem vielerorts ausliegenden Veranstaltungska-lender 2012 des Regionalmuseums Reichelsheim Odenwald oder dem Internet unter www.museum-reichelsheim.eu oder reichelsheim.museum.com entnehmen. Des Weiteren werden alle Veranstaltungen rechtzeitig in der örtlichen Presse angekündigt.
Odenwälder Echo, 14.09.2011, S. 9
Wo Oma Agathe rasierte und Puppen reparierte
Häuser erzählen Geschichten: Tag des offenen Denkmals wartet mit besonderem Ortsrundgang auf
REICHELSHEIM. Etwas Besonderes hatte sich der Arbeitskreis Regionalmuseum Reichelsheim zum Tag des offenen Denkmals ausgedacht: Acht Wohn- und Geschäftsgebäude in der Kerngemeinde sollten vorgestellt werden, und zwar von den derzeitigen Besitzern selbst.
Beim Schaubrauen im Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald konnten Interessierte unter fachkundiger Anleitung von Mc Stout – IG Reichelsheimer Hobbybrauer selbst aktiv werden. Nach dem Maischen (Einrühren von Malz in Wasser), dem Läutern (Filtern der Maische durch ein Sieb) und der Zugabe von Hopfen erfolgt die Feinfilterung durch ein Filtertuch zur Ausschlagung von Hopfen- und Eiweißtrub. Foto: Birgit Kalberlah Bei allen Objekten handelte es sich um Bauten mit viel Vergangenheit und wenigen Besitzerwechseln, und fast alle sind unter einem von Alters her überlieferten Hausnamen bekannt. Rund 40 Interessierte nahmen an der zweistündigen Führung durch Reichelsheims Gassen teil. Koordinator war Andreas Uhrig, der von weiteren Mitgliedern des Arbeitskreises unterstützt wurde. Darunter Alt-Bürgermeister Gerd Lode, der zu diesen Ausführungen selbst erlebte Anekdoten beisteuerte.
Beim Johannes wurde gern gebabbelt
Als erste Adresse steuerte die Runde das Haus Bismarckstraße 56 an. Dort wartete Roswitha Seitz, Tochter des Taubenzüchters und Friseurs Johannes Daum, genannt „Daubehannes“. Auf einem großen Foto war ihr Haus zu sehen, wie es sich in den vierziger Jahren präsentiert hatte: Eine gewaltige, doppelläufige Treppe führte zur Frisierstube hinauf, in der Oma Agathe auch rasierte, Puppen reparierte und kleinere Wunden versorgte. In den fünfziger Jahren übernahm Sohn Johannes das Geschäft. Jung und Alt trafen sich gern bei ihm – vor allem, „um dort ein wenig zu babbele“.
An der Bismarckstraße 42 berichteten Rechtsanwalt Franz-Wilhelm Rohde und seine Eltern über die Geschichte ihres Hauses. Ein Kaufvertrag von 1861 belegt, dass sein Urgroßvater das Haus von einem Heinrich Göttmann erworben hat, dass es als Gasthaus diente und später oft als Bäckerei. Deshalb heißt das heutige Kanzleigebäude auch noch immer „Naibäcker“.
Wenn er für jedes Foto, das von seinem Zuhause gemacht wird, einen Euro bekäme, wäre er ein reicher Mann. Dies sagte Gerhard Schäfer, der 2006 das „Glöcknerhaus“ an der Reichenberger Straße 12 gekauft hat. Das Fachwerkhäuschen mit den auffallenden Kratzputzmotiven schaut auch schmuck aus. Gebaut wurde es, wie Heimatforscherin Erika Hörr auf ECHO-Nachfrage herausfand, 1840 von dem Schreiner Philipp Volk II. 1880 kam es an Barbara und Adam Röder. Dieser war Kirchenrechner und Schuster, wirkte ferner bis ins hohe Alter als Glöckner. Seine Tochter Sophie heiratete den Goldschmied Friedrich Kübler. Deren Sohn Walter lernte Schlosser und Kunstschmied, übernahm das Haus in den Fünfzigern und fertigte die Sandsteintreppe samt Geländer, Lampe, Eingangstür.
Beim „Saafel-Schmied“ (Eisen-Treusch) an der Bismarckstraße 16 hatte sich Irene Treusch auf die Besucher vorbereitet. „Der Name kommt vermutlich von Säbelschmied“, erklärt sie, und in der Tat hatte Ur-Ur-Großvater Jakob Treusch II im Jahr 1848 eine dort bereits bestehende Schmiede übernommen. Die Berufsbezeichnung lautete „Grob- und Hufschmied und Eisenhandel“. 1893 wurden Wohnhaus, Werkstatt und Laden zu einem „Oeconomiegebäude“ umgebaut. Großvater Jakob Treusch IV stockte 1939 die Werkstatt auf; seine Söhne Otto und Siegfried übernahmen den Betrieb Anfang der Sechziger. Seit 1991 führt Siegfrieds Tochter Irene den Betrieb.
Viel Mühe mit ihrem Vortrag gab sich auch Hildegard Lang, Besitzerin des Textilgeschäfts Hofmann, das „beim Briggeschlosser“ genannt wird. Das Geschäft liegt an der Brücke über den Mergbach, schon vor 1900 hat dort ein Philipp Hofmann eine Schlosserei betrieben. Er heiratete das „Mühl-Lieschen“, eine Weißbinderin aus Gumpen, die 1902 in dem Haus einen Kramladen mit Kurzwaren eröffnete. 1914 wurde die Schmiede aufgegeben, weil sich Sohn Peter ebenfalls mehr fürs Textile interessierte. Er übernahm das mütterliche Geschäft 1920; sein Sohn Peter Hofmann II stieg 1937 ein. Da er keine Kinder hatte, führten seine Reichelsheimer Freunde Heinz und Meta Lang den Laden nach 1967 fort. Seit 2001 führen deren Töchter Hildegard und Bärbel Regie.

Ortsgeschichte macht Spaß: Beim Tag des offenen Denkmals führte ein Rundgang zu acht
geschichtsträchtigen Häusern in Reichelsheim.
Dabei ging es auch um die Apotheke (links) und das „Ärztehaus“ (rechts).
Andreas Uhrig (Bildmitte) erläuterte ein Foto, das Werner Götzinger (ebenfalls vom Arbeitskreis Regionalmuseum)
mitgebracht hatte. Darauf ist zu erkennen, wie die Apotheke früher aussah.
Foto: Kirsten Sundermann
Dass die Apotheke an der Darmstädter Straße 11 im Ort „die Burg“ genannt wird, erzählte Andreas Uhrig in Vertretung des heutigen Besitzers Christoph Eberts. Ursprünglich stand dort das Gasthaus „Zur Burg Rodenstein“, um 1870 von Balthasar Dingeldein erbaut, zusammen mit mehreren Nebengebäuden. Über Jahrzehnte wurde es von verschiedenen Familienmitgliedern und Pächtern betrieben. 1961 richtete Eduard Reinshagen dort eine Apotheke ein. Ebenfalls als Apotheker folgte ihm Joachim Eberts acht Jahre später. Er ließ das Hauptgebäude um 1975 abreißen und auf dem Grundstück ein modernes Geschäftshaus bauen.
Ärzte beleben das "Fischer-Haus"
Über das gegenüber liegende „Fischer-Haus“ berichtete Hannelore Bauer. Errichtet wurde der Sandsteinbau 1890 von einem Metzger aus Frankfurt, der ihn aber nach rund zehn Jahren wieder aufgeben musste. 1901 kaufte Bauers Großvater, der Arzt August Fischer, das Haus und richtete eine Praxis ein, die 1945 von seinem Sohn Rudolf übernommen wurde. Wenige Jahre später eröffnete dieser jedoch eine eigene Praxis an der Scheffelstraße, sein Bruder Ernst zog mit seiner Familie in die Wohnung. Die frei gewordenen Praxisräume wurden bis 1980 von der Sparkasse belegt. Als Tochter Hannelore Fischer den Internisten Ulrich Bauer (Groß-Umstadt) heiratete, entstand dort erneut eine Arztpraxis.
Der geschichtsträchtige Rundgang endete in der alten Hofreite an der Heidelberger Straße, wo Ingrid Kaffenberger ein Friseurgeschäft in dritter Generation betreibt. Wie deren Ehemann Harald erläuterte, gehörte das Anwesen früher Selma und Isaak Selig, die dort ein „Manufakturengeschäft“ betrieben. Sie verkauften das Gebäude 1939 an Heinrich Weimar, um nach England auszureisen.
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Reichelsheimer Nachrichten, Juli 2011, S. 19
"Auf den Spuren des Odenwälder Lieschens"
bewegten sich am 29. Juni 2011 die Teilnehmer der Reichelsheimer Ferienspiele unter der Beteiligung einiger Mitglieder des Arbeitskreises Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald (AKRRO). Simone und Frank Steckenreuter, Günter Götz, René Winterstein, Andreas Uhrig und Gerd Lode begleiteten die Kinder per Bus und Fahrrad von Reichelsheim nach Reinheim.
Unterwegs wurden die ehemaligen Bahnhöfe vorgestellt und der Verlauf der ehemaligen rund 19 Kilometer langen Bahnstrecke erläutert.. Die Bahnlinie im Gersprenztal, im Volksmund "Reinheim-Reichelsheimer Eisenbahn" oder "Odenwälder Lieschen" genannt, war von 1887 bis 1964 in Betrieb. Nach dem Rückbau besteht heute nur noch eine kurze Strecke von Groß-Bieberau bis Reinheim.
Von Reinheim nach Reichelsheim gab es vier Straßenquerungen, zwei Brücken über die Gersprenz und den Fischbach sowie einen Tunnel.
Günter Götz und Gerd Lode, die noch mit dem Lieschen gefahren sind, berichteten über Erlebnisse mit der Bahn in ihrer Jugendzeit. Simone und Frank Steckenreuter, René Winterstein und Andreas Uhrig veranschaulichten anhand von Bildern und Plänen den Betrieb der Bahn und deren Besonderheiten.
Die in Groß-Bieberau noch vorhandenen Gleise, Weichen und andere technische Einrichtungen im Bereich der Verladestation und des Bahnhofs fanden großes Interesse. Auch der 40 Meter lange Tunnel bei Reinheim konnte besichtigt werden.
Höhepunkt der Fahrradtour auf den Spuren der ehemaligen Gersprenztalbahn war ein Besuch des alten Stellwerks am Bahnhof Reinheim.
Um Christa und Gerd Schneider hat sich ein Verein gegründet, der das Stellwerk zu einem Museum ausbaute (www.mseumstellwerk-reinheim.de).
Die Kinder und deren Begleiter aus Reichelsheim hatten die Möglichkeit, die alte Technik zu besichtigen und sogar zu bedienen.

Erläuterungen im Stellwerk Reinheim
Nach dem Mittagessen auf der Terrasse des ehemaligen Stellwerks ging es mit dem Linienbus zurück nach Reichelsheim. Lars Postawa sorgte im Auftrag der Gemeinde Reichelsheim für den Rücktransport der Fahrräder von Teilnehmern und Betreuern.
Zum Abschluss des erlebnisreichen Tages sahen die Teilnehmer im Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald alte Schwarz-Weiß-Filme aus den Fünfziger und Sechziger-Jahren des letzten Jahrhunderts. Somit wurde der Betrieb der Bahn mit Dampfloks noch einmal lebendig.
In der Bahnabteilung des Regionalmuseums Reichelsheim Odenwald ist die Geschichte des "Odenwälder Lieschens" dargestellt. Das Museum mit den Bereichen altes Handwerk, Schulmuseum, Bergbau und Reinheim-Reichelsheimer Eisenbahn kann sonntags von 15:00 bis 17:00 Uhr und von Gruppen nach Vereinbarung unter Telefon 06164 50826 oder 06164 2369 besichtigt werden.
Odenwald Extra, 08.06.2011, S. 9
Das Reichelsheimer Regionalmuseum ist ein echtes Kleinod im Odenwald
REICHELSHEIM. Beim monatlichen Treffen des Arbeitskreises Reichelsheimer Regionalmuseum berichtete Horst Wendel von den Vorbereitungen für die diesjährige Bilderausstellung beim Michelsmarkt. In der Sporthalle im Untergeschoss der Reichenberghalle wird vom 27. bis 29. August die Ausstellung „Reichelsheimer Firmen/ Reichelsheimer Unternehmer” zu sehen sein.
Mehr als 150 Unternehmen wurden in das Verzeichnis aufgenommen. Im Mitteilungsblatt des Hessischen Museumsverbandes, so Mitglied Wolfgang Kalberlah, wird über die neue Bahnpostabteilung im Reichelsheimer Regionalmuseum berichtet. Ferner wird in der Broschüre die Arbeit von Wolfgang Schwinn gewürdigt, der 30 Jahre Vorsitzender des Arbeitskreises war.
Beim Tag des offenen Denkmals 2011 am 11. September ist ein Rundgang zu Reichelsheimer Gebäuden des 19. Jahrhunderts geplant. Die Eigentümer und Mitglieder des Arbeitskreises Regionalmuseum Reichelsheim werden über einige besonders interessante Gebäude erzählen, teilte Wolfgang Kalberlah ferner mit.
Er sowie Wolfgang Schwinn und Gerd Lode bereiten eine weitere Ortsführung zum Thema Handwerk in Reichelsheim vor. Die Bestandsaufnahme aus dem Reichelsheimer Gewerbetagebuch von Wolfgang Schwinn ist fast fertig. Simone und Frank Steckenreuter bereiten eine Fahrradtour im Rahmen der Ferienspiele 2011 vor. Sie wird am Mittwoch, 29. Juni, auf den Spuren des Reichelsheimer Lieschens von Reichelsheim nach Reinheim stattfinden. Dabei soll auch das Reinheimer Stellwerk besichtigt werden. Die Organisatoren suchen noch Begleitpersonen und Helfer.
Gerd Lode gab einen Bericht über den ehemaligen Holzturm auf dem Stotz, der dort bis 1948 stand. Alfred und Heinz Müller (Gumpen) werden alte Fotos des Turmes bereitstellen und ein Treffen von Interessenten organisieren, bei dem ein 90-jähriger ehemaliger Vermessungsbeamter aus Krumbach bei Fürth über den Stotzturm berichten wird. Der Turm wurde um 1900 für die Landesvermessung errichtet und war auch als Aussichtsplattform beliebt. Das Modellprojekt „Reichelsheim um 1850” des Arbeitskreises soll weiter verfolgt werden.
Werner Götzinger, Verantwortlicher der Abteilung Bergbau, berichtete über das Völklinger Museum und die Keltenausstellung dort. Jochen Rietdorf bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern einer Oldtimerrundfahrt im April, bei der der Arbeitskreis Organisation und Bewirtung in Reichelsheim übernommen hatte.
Wie Schriftführer Andreas Uhrig mitteilte, ist Dr. Ulrich Bauer neues aktives Mitglied des Arbeitskreises. Für eine Fahrt zur Bundesgartenschau nach Koblenz am 10. Juli, können sich Mitglieder und Interessenten bei Peter Lohbrunner (Telefon 06164/2796) oder Dr. Ulrich Bauer (Telefon 06164/ 913691) anmelden.
Odenwälder Echo, 17.05.2011, S. 13
Geschichten vom Ufer der Gersprenz
Lokalhistorie - Im Reichelsheimer Regionalmuseum gehen Interessierte auf eine visuelle Reise am Fluss entlang
REICHELSHEIM. Eine visuelle Reise entlang der Gersprenz erlebten die Besucher des Reichelsheimer Regionalmuseums am Donnerstag unter Leitung von Erich Jäger aus Schlüchtern. Sein Bildervortrag „Die Gersprenz“ im gut besuchten historischen Rathaussaal des Museums war Teil der Vortragsreihe „Leben und Arbeiten in der Region Reichelsheim – einst und jetzt“.
Erich Jäger, pensionierter Rektor und passionierter Fotograf, ist aufgewachsen in Babenhausen. Er hat bereits mehrere Bildbände zu Flüssen wie Rhein, Main und Werra veröffentlicht und begründet seine Faszination für die Gersprenz ganz einfach: „In ihr habe ich damals schwimmen gelernt.“ Seine Tour entlang des Flüsschens begann Jäger auf der Neunkircher Höhe, auf der die Gersprenz in 180 Meter Höhe entspringt. Bis zu dem Punkt zwischen Bockenrod und Reichelsheim heißt der Fluss noch Mergbach, ehe dort der Osterbach zufließt und sich der Name in Gersprenz wandelt.
Der Fluss ist 50 Kilometer lang
Das Gewässer, das dem Gersprenztal seinen Namen verleiht und bei Stockstadt in den Main mündet, ist insgesamt 50 Kilometer lang, wie Jäger erklärte. Von Neunkirchen fließt der Mergbach beziehungsweise die Gersprenz weiter durch Winterkasten – ein ehemaliges Hubendorf, in dem die Häuser vorwiegend auf der rechten Seite der Straße standen –, Gumpen und Reichelsheim, durch Fränkisch-Crumbach, Brensbach, Groß-Bieberau und Dieburg bis nach Münster, Babenhausen, Harreshausen und schließlich in den Main bei Stockstadt. Auch die Entstehung des Namens Gersprenz weiß Jäger zu erklären: Laut Wilhelm Mohrhardt aus Babenhausen hieß der Fluss einst „Gaspense“. Das keltische „ense“ bedeutet hierbei „fließendes Wasser“, während „gas“ vom altirischen Wort „cas“ für „Bach“ abstammt.
Zahlreiche Kirchen zeigte Jäger während seines Dia-Vortrags, die schönste darunter ist die Pfarrkirche in Groß-Umstadt. Die Burgruine Rodenstein (die kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg zur Ruine verkam) wurde ebenso visuell besucht wie das Schloss Lichtenberg, einst erbaut im Auftrag von Landgraf Georg von Hessen-Darmstadt und vor 400 Jahren noch als „Pestschloss“ bezeichnet, da sich die Landgrafen während der in Darmstadt herrschenden Pest mit ihren Familien in das Schloss zurückzogen.
In Groß-Bieberau steht eine Eisenbahnbrücke
Über Groß-Bieberau lernten die Zuhörer, dass dort die einzige Eisenbahnbrücke steht, auf der das „Odenwälder Lieschen“ die Gersprenz überquerte. Zwischen Groß-Bieberau und Ueberau kam es auch zur Umleitung des Flusses, indem der alte Lauf zugeschüttet und ein neuer gegraben wurde. Warum das so ist, konnten jedoch weder Jäger noch die Zuhörer erklären, die den Referenten ansonsten mit zahlreichen Ergänzungen zum Vortrag unterstützten. Vorbei an der Veste Otzberg, die in 380 Meter Höhe auf einem Vulkankegel steht und deren Turm im Volksmund „weiße Rübe“ genannt wird, ging die Reise weiter nach Groß-Umstadt, das während der Römerzeit noch „Autmundisstat“ hieß. Zu Dieburg erklärte Jäger seinem Publikum schließlich, dass die Rathausuhr von zwei Geißböcken geziert wird, die zu jeder vollen Stunde die Köpfe zusammenstoßen. Auch das „Dieburger Dreiecksrennen“, ein 33 Kilometer langes Motorradrennen, das von 1948 bis 1955 ausgetragen wurde, war zahlreichen Zuschauern noch ein Begriff.
Nach dem Wahrzeichen von Babenhausen, dem „Hexenturm“, endete die visuelle Reise in Stockstadt, wo die Gersprenz in den Main mündet, dessen Name keltischen Ursprungs „groß, mächtig“ bedeutet.
sus
Odenwälder Echo, 23.02.2011, S. 13
Mit modernen Mitteln zu Altertümern
Odenwaldlimes - Ausstellung in Reichelsheim zeigt auch auf, wie die Technik der Forschung zu neuem Schub verhilft

Augenmerk auf den
Odenwaldlimes
richtet eine Sonderausstellung im historischen Rathaussaal von Reichelsheim.
Für öffentliche Aufmerksamkeit sorgen dabei nicht nur die Exponate und
Erläuterungstafeln, sondern auch die hochwertigen Elemente der Eröffnung wie
hier der Vortrag von Denkmalschützer Holger Göldner.
Foto: Franz Hoffmann
REICHELSHEIM. Alle Plätze waren besetzt im historischen Rathaussaal. Bestätigung erfuhren so das Thema, dem die Zusammenkunft galt, und seine Aufbereiter: Reichelsheim kann in diesen Tagen mit der Wanderausstellung „Unesco-Welterbe Limes - Römisches Erbe in Hessen“ aufwarten, der Jochen Rietdorf und Andreas Uhrig zudem einen Odenwälder Stempel aufgedrückt haben. In wochenlanger akribischer Arbeit trugen sie Material von und über die Limes-Relikte im Kreisgebiet zusammen.
Odenwälder Echo, 23.02.2011, S. 13
Alte Gehöfte verbergen spannende Geschichten
Familien- und Heimatforschung - Erika Hörr referiert über Reichelsheimer Ortsteil Eberbach
REICHELSHEIM. In seiner Vortragsreihe „Leben und Arbeiten in der Region Reichelsheim einst und jetzt“ hatte das Reichelsheimer Regionalmuseum die passionierte Familien- und Heimatforscherin Erika Hörr aus Hassenroth eingeladen. Das Thema „Gehöfte im Reichelsheimer Ortsteil Eberbach“ fand so viel Interesse, dass im Saal des alten Rathauses zusätzliche Stühle aufgestellt werden mussten. Rund hundert Besucher folgten dem Vortrag, zu dessen Erläuterung Fotos gezeigt wurden, die bis zu 130 Jahre alt waren.
Erika Hörr erklärte, wie es von den ehemals vier Gütern im 14. und 15. Jahrhundert zu den heutigen elf Bauernhöfen gekommen ist: Gründe dafür sind die Güterteilung sowie Erbschaften. Auch wurde deutlich, wie die Höfe ihre Hausnamen erhielten, die heute nur noch die Älteren in Reichelsheim und Umgebung kennen: Reedersch, Peiferschs, Vollraths, Reimunds, Dingeldeins, Krichbaums, Nick lasse, Kaffebejersch, Schneirrersch, Kreisrats und Kobs. Dabei wurde deutlich, dass in fünf Jahrhunderten und teils darüber hinaus mehr als zwanzig Generationen auf den jeweiligen Bauernhöfen gelebt haben. Auch die heutigen Besitzer wurden genannt.
Erika Hörr stellte bei ihrem Vortrag im alten Rathaus auf Einladung des Arbeitskreises Regionalmuseum auch das Ergebnis ihrer jahrelangen Forschung vor. Horst Wendel begrüßte für die Mitglieder des Arbeitskreises die zahlreichen Zuhörer und sprach die Schlussworte, in denen er Erika Hörr für die überaus interessanten Ausführungen dankte. Reicher Beifall honorierte den Vortrag.
Die Referentin machte deutlich, dass ihre Ausarbeitungen nur einen Teil des vorliegenden Forschungsmaterials umfassen. Sie plant, ein Buch zum Thema herauszugeben. Darin könnten auch die Hausnamen der Kerngemeinde Reichelsheim und die des Reichelsheimer Ortsteils Frohnhofen einfließen.
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Echo online, 21.01.2011
Arbeitskreis im Museum
Regionalgeschichte: In Reichelsheim geht es um Lebkuchenbäcker und Gäulchesmacher
Frank Steckenreuter wird über die Vorbereitungen für die Ferienspiele berichten, und Wolfgang Kalberlah erläutert den aktualisierten Museumsleitfaden. Wilfried Biedenkapp stellt vier Vorschläge für den diesjährigen Ausflug des Arbeitskreises vor.
In der Februarsitzung hatten Rene Winterstein und Domenic Kunze Bilder von der Fahrradexkursion anlässlich des Tages des offenen Denkmals 2010 entlang der Strecke der ehemaligen Reinheim-Reichelsheimer Eisenbahn(„Odenwälder Lieschen“) gezeigt. Vorsitzender Horst Wendel berichtete über die Grabmale in der Michaelskirche der Reichenberger Linie der Erbacher Grafen und zitierte aus dem Grabungsbericht von 1961. Dies teilte der Arbeitskreis mit.
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Odenwälder Echo, 07.01.2011, S. 11
Wo Geschichte zum Leben erweckt wird
Jahresprogramm - Arbeitskreis Regionalmuseum Reichelsheim bietet erstmals eine Vortragsreihe im historischen Rathaissaal - Ausstellungen und Exkursionen
REICHELSHEIM. Der Arbeitskreis Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald hat eine breite Palette von Veranstaltungen für 2011 zusammengestellt. Unter dem Thema „Leben und arbeiten in der Region Reichelsheim - einst und jetzt“ wird erstmals eine Vortragsreihe ins Leben gerufen. An jedem zweiten Donnerstag im Februar, Mai, August und November um 19.30 Uhr ist der historische Rathaussaal des Museums Schauplatz geschichtlicher und aktueller Berichte rund um das Gersprenztal.

Ein Schmuckstück ist das Reichelsheimer Regionalmuseum,
dessen Verantwortliche auch in diesem Jahr wieder ein interessantes Programm anbieten.
ARCHIVFOTO: HELMUT FLECK
Am 10. Februar referiert Erika Hörr (Hassenroth) unter der Überschrift „Gehöfte in Eberbach“ über die Geschichte Eberbachs bei Reichelsheim und seiner Bauernhöfe. „Die Gersprenz“ nennt Rektor a. D. Erich Jäger aus Schlüchtern am 12. Mai seinen Vortrag. Von der Quelle auf der Neunkirchener Höhe bis zur Mündung in den Main bei Stockstadt zeigt er interessante Orte, Bauwerke sowie Bilder der Landschaft entlang der Gersprenz. Über „Mühlen im Gersprenztal“ spricht Heinz Reitz, der Mühlenfachmann aus Reinheim, am 11. August. Zum Abschluss der Reihe nimmt am 10. November Jochen Rietdorf unter dem Motto „Bergbau im Odenwald am Beispiel der beiden Geoparkpfade in Reichelsheim“ die Zuhörerschaft mit auf eine Zeitreise und erläutert Besonderheiten der beiden Reichelsheimer Geoparkpfade.
Im Rathaussaal des Museums ist vom 15. Februar bis 1. Mai die Wanderausstellung „Unesco-Welterbe Limes - Römisches Erbe in Hessen“ des Landesamts für Denkmalpflege zu sehen, sonntags 15 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung (Telefon 06164 50826) von Schulklassen und sonstigen Gruppen. Am Sonntag, 20. Februar, eröffnet Ronald Sattler die Ausstellung um 15.30 Uhr mit einem Vortrag.
Gleich zweimal steht das „Odenwälder Lieschen“, die Nebenbahn von Reinheim nach Reichelsheim, im Mittelpunkt: Am 29. Juni erkunden Kinder bei den Ferienspielen der Gemeinde mit dem eigenen Fahrrad unter Betreuung die ehemalige Trasse der Reinheim-Reichelsheimer Eisenbahn. Am Wochenende des 10. und 11. September können unter dem Motto „Wagen, Lokomotiven und Bahnpost im Gersprenztal“ Eisenbahnfreunde, Bastler und Interessenten ihre im Bau befindlichen Modelle der ehemaligen Reinheim-Reichelsheimer Eisenbahn unter Anleitung vervollständigen.
Die Arbeitsergebnisse werden zusammen mit Modellbahnen anschließend der Öffentlichkeit präsentiert. Vorträge über die Lokomotiven auf der Strecke und die Bahnpost zwischen Reinheim und Reichelsheim sowie deren Entstehung runden die beiden Tage ab.
Unter dem Titel „Reichelsheim früher und heute“ stellt das Museum historische Aufnahmen zum Reichelsheimer Michelsmarkt vom 27. bis 29. August in der Reichenberghalle aus. Schwerpunkt: Inhaber und Geschäftsführer der Reichelsheimer Geschäfte und Firmen.
Unter fachkundiger Führung begeben sich die Teilnehmer von Erlebniswanderungen auf die Spurensuche im Bereich der ehemaligen Bergwerke zwischen Ober-Kainsbach, Bockenrod, Rohrbach und Ober-Ostern sowie auf den Bergbaulehrpfaden. Wanderungen ab fünf Personen sind nach Anfrage möglich (Tel. 06164 913194).
In der Kategorie Geologie für Kinder, treffen sich die Teilnehmer jeweils samstags um 14 Uhr an der Vereinshalle Ober-Ostern am 14. Mai, 18. Juni, 9. Juli, 13. August, 10. September und 8. Oktober. Unter anderem erkunden die Kinder mit Fahrradhelm und Stirnlampe unter fachmännischer Anleitung den Stollen eines ehemaligen Bergwerks.
Mit der Aktion Goldwaschen, die unter 06164 913194 gebucht werden kann, besteht die Chance, zwischen April und September das edle Metall aus den Bächen des Odenwaldes zu holen.
Zum Abschluss zeigt zum Thema „Holz- und Wolleverarbeitung zum Mitmachen“ während des Reichelsheimer Weihnachtsmarkts der Spinnkreis Bockenrod am 26. und 27. November die Verarbeitung von der Rohwolle bis zum fertigen Kleidungsstück. Beim Schindler ist die Schindelherstellung zu beobachten, sind Schindel zu bemalen und beim Gäulchesmacher eigene Holzpferde zu basteln.
Außerdem berichten an jedem ersten Dienstag im Monat die Arbeitskreismitglieder um 19.30 Uhr im Restaurant Treusch über Ereignisse aus Reichelsheim und dem Odenwald „Heute vor 100 Jahren“.
wak/e
IM INTERNET
Einzelheiten zum Jahresprogramm des Reichelsheimer Regionalmuseums finden sich auch im Internet auf www.museum-reichelsheim.eu.
Odenwälder Echo, 23.12.2010, S. 9
Museumsreife einmal anders
Abschied aus dem Amt - Wolfgang Schwinn steht für die Kompetenz, die Reichelsheims Regionalausstellung formte
REICHELSHEIM. Stolze 35 Jahre war Wolfgang Schwinn Vorsitzender des Arbeitskreises Reichelsheimer Regionalmuseum - und damit zugleich der Leiter des Museums selbst. Der Odenwälder führt die Trägerorganisation damit fast so lange, wie sie besteht. Denn die Gruppe hat 1965 als »Arbeitskreis Alt-Reichelsheim« ihre Arbeit aufgenommen, deren Federführung schon knapp ein Jahr später an Schwinn ging. Nun gibt der Kenner sein Amt ab, was Gemeinde und Gerprenztaler Regionalforschung dieser Tage publik gemacht und zum Anlass für eine Laudatio auf den engagierten Bürger genommen haben.

Aus der Schule in die Schule:
Der
ehemalige Rektor
35 Jahre lang stand er auch den anderen Abteilungen der Regionalausstellung vor; diese Funktion gibt er nun ab.
Foto: Guido Schiek
Dieser
Würdigung zufolge funktionierte Schwinn seit seinem Aufrücken in die
Vorsitzenden-Position als Motor der Erforschung und Dokumentation
Gersprenztaler Heimatgeschichte. Unter der Leitung des Lehrers wurde zunächst
in den unteren Räumen des alten Rathauses in vielen freiwilligen
Arbeitsstunden das Reichelsheimer Museum eingerichtet, womit er Reichelsheim
gleichsam zur Museumsreife brachte. Am 21. August 1976 konnten die Sammlungen
durch den damaligen Bürgermeister
Neuausrichtung während des Umbaus
Wegen Umbau- und Sanierungsarbeiten an dem 450 Jahre alten Gebäude ruhte von 1996 bis 1999 der Museumsbetrieb. Nach der Wiedereröffnung wurde das Museum um die Räume im Obergeschoss und im Dachgeschoss erweitert. Der Arbeitskreis und die Gemeinde Reichelsheim nutzten die Phase des Umbaus und der Renovierung für umfangreiche Planungen zur Neuausrichtung des Museums. Alte Möbel und bäuerliche Gerätschaften erhielt daher das Freilandmuseum Keilvelter-Hof. Die Reichelsheimer Gruppe besann sich stattdessen auf die in der Reichelsheimer Region wichtigen Themen Bergbau, regionales Handwerk sowie die Reinheim-Reichelsheimer Eisenbahn und richtete aus den Beständen ehemaliger Dorfschulen ein Odenwälder Schulmuseum ein. So konnte am 12. September 1999 vom folgenden Bürgermeister Gerd Lode ein neues Regionalmuseum seiner Bestimmung übergeben werden.
Im Jahr 2007 erhielt die Bergbauabteilung ein neues, zeitgemäßes Gesicht. Der Arbeitskreis baute Exponate zum Anfassen auf, zeigte den Weg vom Rohstoff zum Werkstoff und stellte im Dachgeschoss einen historischen Bergwerksstollen aus dem 16. Jahrhundert aus der Gemarkung Erzbach nach - alles nach den Erkenntnissen modernster Museumspädagogik.
Bilderausstellung eine der Erungenschaften
Aber auch um
die jährliche Bilderausstellung am Reichelsheimer Michelsmarkt kümmert sich
der Arbeitskreis. Gezeigt werden dort alte Bilder und Fotos aus der Zeit ab
1870 bis heute. Die Sammlung, die mittlerweile über dreitausend Exemplare
umfasst, wurde ursprünglich von
Aufgezeigt wurde all das in einer Versammlung, die von der Gemeinde und den rund 40 Mitgliedern des Arbeitskreises als Ehrung Schwinns für seinen langjährigen Einsatz ausgelegt war. Den persönlichen Einsatz des Museumsmachers hoben dabei Bürgermeister Stefan Lopinsky, Wolfgang Kalberlah und Jochen Rietdorf hervor.
Schwinn selbst erklärte, er werde weiterhin für die Aufstellung des Aufsichtsplans und für Führungen zur Verfügung stehen. Der ehemalige Lehrer und Rektor bleibt zudem für die Abteilung Schulmuseum und damit ein Herzstück des Hauses selbst verantwortlich. Die Leitung des Arbeitskreises übernehmen 2011 einige seiner Mitglieder im Wechsel. Dies gilt so lange, bis ein neuer Vorsitzender gewählt ist.
tfk
Odenwald extra, 03.11.2010, S. 3
Zahlreiche Aktivitäten des historischen Arbeitskreises Regionalmuseum
REICHELSHEIM. Der Arbeitskreis des Regionalmuseums Reichelsheim, dem rund vierzig Bürgerinnen und Bürger angehören, befasst sich mit mehreren interessanten Themen. Neu in das Programm aufgenommen wurden Berichte in den monatlichen Zusammenkünften mit dem Titel: „Vor 100 Jahren”, die Arbeitskreismitglied Gerhard Schäfer recherchierte.
So erfuhren die Teilnehmer der beiden letzten Treffen die Termine der Vieh- und Krammärkte vor 100 Jahren in Beerfelden, Fürth, Rothenberg und Reicheisheim. Im Oktober 1910 fanden zwei Märkte in Reichelsheim statt. Außerdem wurde über eine Obstausstellung im Gasthaus „Zum Engel" in Reichelsheim am 5. Oktober 1910 berichtet, ferner ein Zeitungsbericht der Odenwälder Zeitung über die „rasenden Autofahrer” verlesen, über Einzelheiten der Reichelsheimer Gemeinderatswahl am 18. Oktober 1910, über den Brand der Gaststätte an der Ruine Rodenstein und über einen Einbruch beim Gemeinderechner von Ober-Kainsbach berichtet. Die Teilnehmer erfuhren auch, dass im Oktober 1910 nahezu 500 Personen aus Mannheim und Ludwigshafen zu einem Ausflug in die Reichelsheimer Gegend kamen.
Horst Wendel und Andreas Uhrig hielten Kurzvorträge zum 120-jährigen Jubiläum der Einweihung der Reichelsheimer Christuskirche 1890, dem Gotteshaus der Selbständig Evangelisch-Lutherischen Gemeinde, und zum Thema: „Die Gersprenz und ihre Nebenbäche”, von der Quelle bis zur Mündung in den Main bei Stockstadt. Das Bildarchiv des Reichelsheimer Regionalmuseums umfasst rund 3000 historische und aktuelle Fotografien aus der Zeit von 1870 bis heute. Horst Wendel berichtete über die neuste technische Ausstattung. Nun können die anstehenden Arbeiten zügig erledigt werden. Manfred Brust hat die neue Technik installiert. Die Umgestaltung der Abteilung Eisenbahngeschichte, so Wolfgang Kalberlah, ist abgeschlossen. Neben den Exponaten der ehemaligen Reinheim-Reichelsheimer Eisenbahn wurde eine Ausstellung zur Geschichte der Bahnpost in Deutschland, Europa und einigen außereuropäischen Ländern gestaltet. Wir berichteten über die Erweiterung der Reichelsheimer Ausstellung zur Bahngeschichte. Herbert Lorenz und Manfred Brust übernehmen die notwendige Installation einer neuen Beleuchtung. Der Odenwälder Bergbauexperte Werner Götzinger, Verantwortlicher der Abteilung Altbergbau um Reichelsheim, gab einen ausführlichen Bericht über Führungen und Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene in diesem Jahr.
Wolfgang Schwinn, Vorsitzender des Arbeitskreises Regionalmuseum, konnte erfreut feststellen, dass besonders die Abteilung Schulmuseum von vielen Klassen und auswärtigen Gruppen besucht wurde. Andreas Uhrig hat zahlreiche Organisationsaufgaben übernommen. Er teilte mit, dass der Arbeitskreis 2011 sich mit Vortragsveranstaltungen und einer Sonderausstellung einer breiteren Öffentlichkeit öffnen wird. Vom 14. Februar bis zum 30. April soll die Limes-Wanderausstellung im Reichelsheimer Museum zu sehen sein.
Bei den Ferienspielen 2011 ist geplant, eine Ortsrallye für Kinder (Verantwortliche sind Birgit Kalberlah und Andreas Uhrig) und eine Fahrradtour auf den Spuren des Odenwälder Lieschen anzubieten (Verantwortlicher ist Frank Steckenreuter). Mit den Vorträgen von Erika Hörr „Gehöfte in Eberbach bei Reichelsheim" am 10.Februar, „Die Gersprenz“ (Referent H. Jäger) am 12.Mai, „Mühlen im Gersprenztal" (Referent H. Reitz) am 11. August und „Der Bergbau im Odenwald am Beispiel der Reichelsheimer Geopfade" (Referent Jochen Rietdorf) am 10. November, hofft man auf einen größeren Interessentenkreis.
Odenwälder Echo, 14.09.2010, S. 14
Wie einst die Mobilität ins Gersprenztal kam
Bahngeschichte: Entsprechend dem Motto des Tags des offenen Denkmals folgen Radler dem Odenwälder Lieschen
REICHELSHEIM. »Noch jemand ohne Fahrschein?« Das fragte Simone Steckenreuther und überreichte am Sonntagmorgen allen vor dem Reichelsheimer Regionalmuseum einen knallroten, liebevoll gedruckten und in ein Lederetui versenkten Fahrausweis mit dem Vermerk »Nur gültig am 12. September 2010«. Damit hatten diese die Berechtigung geschenkt bekommen, zum Tag des offenen Denkmals an einer Exkursion auf den Spuren des Odenwälder Lieschens teilzunehmen, jener legendären Kleinbahn, die fast 80 Jahre lang die 18 Kilometer zwischen Reichelsheim und Reinheim bediente.

Eisenbahnfans auf Drahteseln:
Foto: Kirsten Sundermann
Doch weil das Bimmelbähnchen in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts rückgebaut worden war, musste der Ausflug nun per Fahrrad stattfinden. Rund 40 Personen, darunter mehrere Kinder, nahmen die Einladung der Eisenbahnfans an und fuhren, begleitet von den Fachleuten vom Museum, gemeinsam die Strecke ab. An markanten Stellen gab es immer wieder Stopps und Gelegenheit, Informationen zu erhalten oder auszutauschen. Die Abteilung Reinheim-Reichelsheimer Eisenbahn hatte bereits 2004 und 2005 zu derartigen Ausflügen eingeladen, doch in diesem Jahr fand die Tour erstmals zum Tag des Offenen Denkmals statt. Das Motto »Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr« passe eben perfekt zum Lieschen, meinte Abteilungsleiter Wolfgang Kalberlah.
In der Tat hätte die Entwicklung im Gersprenztal einen anderen Verlauf genommen, wenn es das Bimmelbähnchen nicht gegeben hätte. Manch ein Familienvater hätte sonst einen entfernter liegenden Arbeitsplatz nicht annehmen und manch ein Schüler das Gymnasium in Groß-Bieberau nicht besuchen können. Ganz zu schweigen von dem schnellen und bequemen Transport von Holz, Eisenerz, Erdbeeren oder Lebkuchen.
Die Spurensuche begann zunächst im Museum selbst, wo Kalberlah und seine Helfer über die ersten Pläne bis hin zum Bau des Bähnchens berichteten. Diese erste Phase dauerte zwar rund 20 Jahre, aber danach ging es Schlag auf Schlag - bereits sechs Monate nach Baubeginn im Frühjahr 1887 konnte das Lieschen auf eigene Gleise gestellt werden und loszuckeln. Möglich geworden war dies, weil relativ einfach und billig gebaut wurde, und das an siebzehn verschiedenen Stellen zugleich. Die Gleise verliefen meist direkt auf der Straße selbst oder parallel neben ihr und führten in den Ortschaften oft gefährlich nah an den Häusern vorbei.
Nach der »planmäßigen Abfahrt« der Radlergruppe folgte ein erster Stopp bereits dreizehn Minuten später an der Stelle, wo Reichelsheim früher einen stattlichen Bahnhof samt Werkstätten, Wasserturm und Lokschuppen besaß. Kalberlah erinnerte daran mittels vieler Fotos und Anekdoten. Weiter ging's zur Haltestelle Bockenrod, wo Werner Götzinger über die Bedeutung berichtete, die das Lieschen einst im Hinblick auf den Weitertransport der von der Geiswiese abgeseilten Wagen voller Manganerz-Brocken hatte.
Am Bahnhof Beerfurth erklärte Peter Thomin, wie eng und gefährlich die Streckenführung mitten auf der Straße seinerzeit war. Während Gerd Schwinn kurz vor Ober-Gersprenz berichtete, wie er als Schüler durch schieren Zufall und nur, weil er an diesem 14. Juni 1950 einmal nicht seinen sonst üblichen Stammplatz im Zug eingenommen hatte, bei einem schweren Zusammenstoß des Lieschens mit einem Triebwagen unverletzt blieb.
Nach einer Mittagspause im Biohof Kaffenberger ging's weiter: Friedrich Eckstein erwartete die Gruppe am alten Bahnhof in Nieder-Kainsbach, zu dem auch die Fränkisch-Crumbacher kommen mussten, da sie damals nicht bereit gewesen waren, 300 Goldmark für eine eigene Anbindung zu bezahlen. Weitere Erklärungen zur Streckenführung, zu Brücken und Bahnmeisterei gab es am Alten Bahnhof von Brensbach sowie am Bahnhof von Groß-Bieberau. Am Ortseingang von Reinheim ging Kalberlah auf den Tunnelbau ein, während der Reinheimer Bahnhof und das Museumsstellwerk von dem Vorsitzenden des dortigen Vereins erklärt wurden.
sun
Odenwälder Echo, 09.09.2010, S. 17
Mit dem Fahrrad auf den Spuren der Kleinbahn
Odenwälder Lieschen: Regionalmuseum lädt zu lehrreicher Fahrt auf der Trasse ein
REICHELSHEIM. Die Ära des
Odenwälder Lieschens rückt dank des Regionalmuseums und privaten Engagements
immer wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Zum Tag des Denkmals 2010
am Sonntag (12.) bekommt diese Erinnerung an die 1964 zurückgebaute Kleinbahn
von Reinheim nach Reichelsheim dank des Leitmotivs »Kultur in Bewegung -
Reisen, Handel und Verkehr« zusätzliches Gewicht. Gepflegt wird sie mit einer
Erkundung der 18 Kilometer langen Strecke mit dem Rad, beginnend mit einem
Überblick über Funktion und Verlauf ab 10.30 Uhr im Reichelsheimer Museum,
Rathausplatz 7.
Fachkundige Erläuterungen an allen wichtigen Stellen der ehemaligen Trasse
machen die Tour aus. Gegen 13 Uhr besteht auf dem Hof Kaffenberger in
Unter-Gersprenz Gelegenheit zum Mittagessen; zudem werden historische
Aufnahmen gezeigt. Der Abschluss findet bei Kaffee und Kuchen im
Museumsstellwerk am Bahnhof Reinheim statt. Die Rückfahrt ist gegen 18.12 Uhr
mit dem Linienbus geplant. Für den Rücktransport der Räder ist gesorgt,
verspricht der Veranstalter.
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich. Erfolgen kann sie per Anruf
bei
Odenwälder Echo, 07.09.2010, S. 12 und entsprechned im Anzeigenblatt Gersprenztal, 09.09.2010
Zug um Zug größer
Schau: Über 800 Exponate verdeutlichen im Regionalmuseum die Geschichte der Bahnpost
REICHELSHEIM. Das Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald hat einen neuen Anziehungspunkt für das obere Gersprenztal geschaffen: Mit über 800 nationalen und internationalen Exponaten einer Modellbahnsammlung zur Geschichte der Bahnpost ist erstmals ein Überblick über den schienengebundenen Fahrzeugpark geschaffen worden, mit dem zwischen 1848 und 1997 Briefe, Päckchen und Pakete befördert wurden.
Dank einer Dauerleihgabe des Bahnpostexperten und früheren Leiters der Wagenstelle im Hauptbahnhof Frankfurt und späteren Mitarbeiters des Posttechnischen Zentralamtes (PTZ) in Darmstadt, Rudolf Werner (Bad König), ist diese Ausstellung möglich geworden. Zu ihrer Einweihung begrüßte der Leiter der Eisenbahnabteilung des Regionalmuseums Reichelsheim Odenwald, Wolfgang Kalberlah, die Gäste mit einem Blick auf die Postbeförderung von seinen Anfängen bis heute.
Anschließend gab der Leihgeber Rudolf Werner einen Überblick über seine Sammlung. »Die Ausstellung gibt nicht nur die Geschichte des Bahnpostdienstes wieder, sondern zeigt auch den Fortschritt der Herstellungstechniken von Modellbahnen«, sagte Werner. So könne man die Entwicklung von Modellgenauigkeit und Maßstäblichkeit gut verfolgen. Aus den Blechwagen mit bunter Bedruckung von vor 70, 80 Jahren seien seit den 1990er Jahren realistische Modelle mit fast hundertprozentiger Authentizität geworden. »Gelegentlich fertigten die Hersteller sogar Bahnpostwagen, die es in dieser Art oder mit diesen Anstrichen und Beschriftungen nie gab. Aber solche Fehlfarben oder Falsche Fuffziger bringen etwas Würze in die Ausstellung«, so der Eigentümer.
Vor 33 Jahren begann
Werner mit der Sammlung der Bahnpostwagen-Modelle; zu der Zeit hatte er als
Beamter im Bahnpostdienst beruflich mit der »echten« Bahnpost und den
dazugehörigen Bahnpostwagen zu tun. Viele der deutschen Wagen-Typen sind ihm
aus eigener Erfahrung bekannt. So ist er 1950 noch in einem Zweiachser des
Baujahres 1898 auf der Strecke Frankfurt/Main - Weilburg/Lahn als
Bahnpostbegleiter gefahren. Zu seinen Modellen hat er daher eine besondere
Beziehung. Was vor 33 Jahren mit zwei, drei Exponaten begann, ist inzwischen
zu einem Wagenpark von über 800 Fahrzeugen angewachsen. Neben 450 Wagen und
Postlokomotiven deutscher Postverwaltungen enthält die Sammlung 124 Modelle
der US-Postverwaltung und 80 der französischen Post. Neben Modellen von
weiteren europäischen Postdiensten besitzt er chinesische und japanische
Wagen, sowie ein australisches Modell.
Öffnungszeiten
Die Schau ist zu den Öffnungszeiten des Museums, sonntags von 15 bis 17 Uhr,
oder nach Vereinbarung zu besichtigen.
e
Odenwälder Echo, 30.08.2010, S. 9
Die alte
Bahnpost wird neu beleuchtet
Ausstellung: Das
Regionalmuseum in Reichelsheim stellt mehr als achthundert Modelle zum Thema
aus
REICHELSHEIM.
Mehr als 800 Modelle von Bahnpostwagen, Postzügen und Postlokomotiven
deutscher und ausländischer Postverwaltungen sind in einer Dauerausstellung zu
sehen, die das Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald am kommenden Sonntag (5.)
um 15.30 Uhr einweiht. Die Stücke stammen aus einer privaten Sammlung.
Begleitend geben textliche Erklärungen ausführliche fachliche
Hintergrundinformationen über den seit 31. Mai 1997 in Deutschland beendeten
Bahnpostdienst und seine Bahnpostwagen. Dabei werden die ehemals im Odenwald
verkehrenden Bahnposten in Einzelheiten besonders hervorgehoben.
Die in Deutschland am 1. April 1848 erstmals eingerichtete Bahnpost
entwickelte sich rasch zum Rückgrat der Postbeförderung und ist nach 149
Jahren Existenz 1997 in die Geschichte eingetreten, womit den Fahrzeugen der
früheren Bahnpost - den Bahnpostwagen - seit über 13 Jahren bereits
historischer Charakter zukommt.
Die Modelle dieser Postfahrzeuge verdienen es also, als überkommene Relikte
einer vergangenen Ära von einem Museum aufgenommen zu werden. Diese in
Deutschland einzigartige Sammlung soll durch ihre Dauerpräsentation in der
Eisenbahnabteilung des Reichelsheimer Museums dazu beitragen, dass die
hervorragende Bedeutung der einstigen Bahnpost in Deutschland und auch die der
vielen anderen ausländischen Postverwaltungen bei künftigen
Geschichtsbetrachtungen nicht unbeachtet bleibt oder gar in Vergessenheit
gerät.
e
Öffnungszeiten
Die Ausstellung der Modelle von Bahnpostwagen, Postzügen und Postlokomotiven
im Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald, Rathausplatz 7, kann nach der
Vernissage am Sonntag (5.) jeweils sonntags von 15 bis 17 Uhr besichtigt
werden.
SüdhessenWoche, 19.08.2010, Seite 14
Odenwälder Lieschen auf der Spur
Radexkursion am "Tag des offenen Denkmals"
REICHELSHEIM (SW). Nach der
guten Resonanz auf die Fahrradexkursionen in den Jahren 2004 und 2005 lädt das
Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald auch 2010 wieder zu einer Tour „auf den
Spuren des Odenwälder Lieschens“ ein. Die diesjährige Veranstaltung findet im
Rahmen des bundesweiten „Tages des offenen Denkmals“ am 12. September statt.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erkunden den Verlauf der knapp 18 Kilometer
langen Eisenbahnstrecke von Reichelsheim nach Reinheim.
Die Veranstaltung beginnt um 10.30 Uhr im Museum von Reichelsheim am
Rathausplatz 7. Dort wird in der Eisenbahnabteilung zunächst ein Überblick
über Strecke und Funktion des „Odenwälder Lieschens“ gegeben bevor es durch
das Gersprenztal in Richtung Norden geht. An allen wichtigen Stellen der
ehemaligen Trasse ergänzen fachkundige Erläuterungen die Tour. Gegen 13 Uhr
besteht auf dem landwirtschaftlichen Hof der Familie Kaffenberger in
Unter-Gersprenz Gelegenheit, ein warmes Mittagessen zu erwerben und an Hand
von historischen Aufnahmen die Reinheim-Reichelsheimer Eisenbahn noch einmal
Revue passieren zu lassen.
Der Abschluss der Veranstaltung findet bei Kaffee und Kuchen im
Museumsstellwerk am Bahnhof Reinheim statt. Hier besteht auch die Möglichkeit
sich die alte Stellwerkstechnik durch die Mitglieder des Vereins
Museumsstellwerk Reinheim e.V. erläutern zu lassen.
Die Rückfahrt nach Reichelsheim ist gegen 18.12 Uhr mit dem Linienbus geplant.
Für den Rücktransport der Räder ist gesorgt. Eigene verkehrssichere Fahrräder
und evtl. weitere Verpflegung sind mitzubringen.
Die ebene Strecke ist für Jung und Alt geeignet. Anmeldungen sind erforderlich
bei
Ein Kostenbeitrag für Rückfahrt und
Fahrradrücktransport wird erhoben.
Odenwälder Echo, 14.07.2010, Seite 9
Idee: Alt-Reichelsheim im Kleinformat
Heimatgeschichte: Der Arbeitskreis
Regionalmuseum plant ein Projekt, bei dem über 400 Gebäude der Gemeinde
nachgebaut werden sollen
REICHELSHEIM. Rund die Hälfte
der über 40 ständigen Mitglieder des Arbeitskreises Regionalmuseum
Reichelsheim hat an der jüngsten Versammlung teilgenommen. Dabei zog
Vorsitzender Wolfgang Schwinn eine Bilanz der Halbjahresarbeit. Gleichzeitig
galt es, die Aktivitäten der zweiten Jahreshälfte und darüber hinaus zu
besprechen. Bürgermeister Stefan Lopinsky nutzte die Gelegenheit, die
interessante Museumsarbeit, die Tätigkeit der Abteilungen Bergbau, Handwerk,
Schul- und Eisenbahnmuseum sowie den Stand der Forschungen der Orts- und
Heimatgeschichte kennenzulernen, heißt es in der Pressemitteilung des
Vereinigung.










Neben Informationen zu den um Reichelsheim abgebauten Lagerstättentypen bildet
auch die einzigartige Mineraliensammlung des Museums mit Funden aus der
Bergbauzeit wieder einen echten Blickfang.







Die
Ensembles waren fest in männlicher Hand – und es waren ausschließlich Männer,
die den Reichelsheimer Posaunenchor gründeten. Nach dem zweiten Weltkrieg kam
es zu einem “Literaturaufbruch“ – wegweisend war das Erscheinen des
„Posaunenchoralbuchs“ zum Evangelischen Kirchengesangbuch. Dabei wirkte
Nach der Wiederentdeckung alter Spielmusik in den sechziger Jahren – eine
beeindruckende Partita zu vier Stimmen war zu hören – lebte „das gemeinsame
Spiel mit anderen Instrumentengruppen“ auf; die Chöre wurden zum
„unmittelbaren Musizieren und künstlerischem Gestalten“ angeregt. Zudem
gesellte sich 1964 erstmals eine Frau zu den Reichelsheimer Bläsern.
Das mittlerweile große Angebot in der Posauneliteratur wurde um
Kompositionsaufträge erweitert; Chorleiter Ernst brachte mit seinen Bläsern
Vorspiel und Choral des Paul Gerhardt-Texts „Du meine Seele singe“ und die
Komposition „Jauchzet alle Lande“ zu Gehör. Stellvertretend für
zeitgenössische Werke spielte das Trompetenensemble einen Kanon aus England,
den die Gäste mit rhythmischem Fingerschnippen begleiteten. Danach erklangen
Fanfarenstöße aus Frankreich.
„Querblech ein – geselliges Bläserbuch“ eröffnete 1970 einen weiteren Aspekt
fröhlichen Musizierens bei „Festen, Lagerleben und Begegnungen mit in- und
ausländischen Gruppen“. Aus dieser Auswahl stammten das eingängige Trio aus
„Pomp & Circumstance“ von Edward Elgar und die Freizeit-Intrade von Dietrich
Wimmer, mit der Helmut Borger und sein GAZ-Bläsertreff Big-Band-Sound
erzeugten. Das als Eurovisionsmelodie bekannt gewordene Te Deum von Marie
Antoine Charpentier und ein temperamentvoller Csárdás aus Ungarn, präsentiert
vom Jugendposaunenchor unter Klaus-Jörg Borger, rundeten den Abstecher ab.
Unter dem Einfluss von Jazz, Rock und Pop entwickelte sich der Sacro-Pop, der
im Posaunenwerk Starkenburg erst Mitte der neunziger Jahre richtig Fuß fasste.
„One moment in Time“ mit Schlagzeugunterlegung repräsentierte neben „Gott ist
der Grund unserer Freude“ diese Facette, bevor das swingende „Be bell reader
dry egg“ (Anspielung auf Biebelrieder Dreieck) von Landesposaunenwart Frank
Vogel und der Irische Segenswunsch das Konzert beendeten. Reichlich Applaus
dankte für das umfassende Posaunenchor-Portrait. Dank erfolgreicher
Jugendarbeit werden die Bläser auch in kommenden Jahren mit lautem Wohlklang
zu hören sein.
Im Anschluss eröffnete Helmut Borger die Sonderausstellung „80 Jahre
Posaunenchorarbeit in Reichelsheim“, die bis 27. Mai im Regionalmuseum zu
besichtigen ist. Ausführliches Bild- und Textmaterial, antiquarische
Notenzeugnisse und die Vorstellung alter Instrumente aus dem Besitz des
Posaunenchors demonstrieren die Entwicklung einer aktiven Vereinsarbeit, die
aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken ist.
Sabine Koch
28.3.2007
Am 22. Juni 2006 berichtete das "Odenwälder
Journal" auf
Seite 12:
Reichelsheimer Workshop
zur Montanarchäologie
In einem offenen Programm mit reichlich Zeit zur Diskussion wurden
die Forschungsprojekte aus Freiberg, aus Maastricht in den Niederlanden, aus
Nals in Südtirol und aus dem Odenwald vorgestellt. Im Mittelpunkt standen
dabei nicht nur der jeweilige montangeschichtliche Hintergrund, sondern auch
Probleme, Methoden und Herangehensweisen bei den teilweise ungewöhnlichen
Grabungen unter Tage. Nur die optimale Kombination von Archivarbeit und der
sorgfältigen Dokumentation der Geländearbeit könne diesen hoch interessanten
Zweig der kulturgeschichtlichen Forschung weiter voranbringen, waren sich alle
Teilnehmer der kleinen Tagung einig.
Im Nachmittagsprogramm des Workshops stand dann auch die „Praxis“ im
Vordergrund: Einem Besuch der aktuellen Grabungsstelle der Arbeitsgemeinschaft
Altbergbau Odenwald folgte am Sonntag eine vierstündige Untertage-Tour durch
Darmstadts „Katakomben“: Ein Stollensystem aus dem 17. Jahrhundert wurde hier
durch Bierkeller inzwischen längst verschwundener Brauereien aus dem 19. und
20. Jahrhundert überprägt.
Zum „Rahmenprogramm“ des Workshops gehörte selbstverständlich auch
eine Führung durch das Regionalmuseum Reichelsheim. Hier wusste

Ein Facharbeitstreffen zur Montanarchäologie des Mittelalters führte Geologen und Interessenten des Altbergbaus nach Reichelsheim. Unter Leitung von Dipl. Geologe Jochen Babist und Werner Götzinger fanden Fachvorträge und Exkursionen rund um Reichelsheim statt. Die Aufnahme zeigt einige der Teilnehmer beim gemütlichen Ausklang.
Ein ähnlicher Artikel erschien am 20. Juni 2006 im
"Odenwälder Echo" auf Seite 19
Am 20. Mai 2006 berichtete das "Odenwälder Echo" auf
Seite 11:
Harte Maloche im
feuchten Stollen
Exkursion
-
Geologischer
Arbeitskreis des Regionalmuseums Reichelsheim lässt Kinder den Bergbau
hautnah erleben
VON KIRSTEN SUNDERMANN
OBER-OSTERN. Die Arbeitsbedingungen im
Stollen sind schlichtweg katastrophal: Es ist stockdunkel in dem schmalen
Gang, der in den Berg führt, der Boden ist schmierig und uneben, von den
Wänden und der niedrigen Decke tropft das Wasser. Erwachsene können sich
hier nur gebückt vorwärts bewegen. Deshalb stehen an diesem
Samstagnachmittag auch die Kinder an vorderster Front. Die hacken mit Hammer
und Schlegel ins Gestein, sammeln die gelösten Brocken und schleppen sie in
einem Eimer nach draußen. Die armen Kleinen...Es besteht jedoch kein Grund,
nun den Kinderschutzbund zu alarmieren. Denn die Nachwuchs-Bergleute sind
gut ausgerüstet, tragen Schutzhelm mit Grubenlampe, Schutzbrille,
Schutzhandschuhe und derbe Schuhe. Vor allem aber: Sie sind freiwillig
gekommen, haben leuchtende Augen, vom Kluftlehm rot beschmierte Nasen und
können gar nicht genug kriegen von der Buddelei. Sie sind auch nicht einsam
und verlassen hier, mitten im
Ab und zu besucht er seine Schützlinge im Stollen, schaut nach dem Rechten oder mit ihnen nach den Feuersalamandern. Denn auch diese fühlen sich wohl in der feuchten Umgebung. Allerdings tummeln sie sich eine Etage tiefer, in einem so genannten Gesenk, und sind dann durch ein darüber liegendes Eisengitter geschützt.
Die erhämmerten Gesteinsbrocken werden draußen gemeinsam begutachtet, zerkleinert und nach eingeschlossenen Mineralien durchsucht. Sie enthalten alle zumindest Spuren von Baryt (Schwerspat), das früher zur Herstellung von weißer Tüncherfarbe benötigt wurde. Auch heute wird Baryt noch verwendet, bei technischen Bohrungen etwa, oder in der Medizin.
Als nach etwa zwei Stunden dann doch die Arme müde werden, zieht das Trüppchen weiter zur nächsten Station. Knapp einen Kilometer entfernt kennt Götzinger einen weiteren Schacht, der von 1860 bis 1900 in Betrieb war und heute verschüttet ist. Früher führte er rund 30 Meter tief senkrecht in den Berg, und der Abraum wurde rundherum ausgeworfen. Darin dürfen die Kinder nun mehr oder weniger systematisch nach Kristallen wühlen. Gelegentlich finden sie dabei auch ausgesprochen seltene Stücke. Wie vor drei Jahren, als ein jugendlicher Exkursionsteilnehmer eine steinzeitliche Speerspitze entdeckte.
Hinweis:
Der Geologische Arbeitskreis im Regionalmuseum Reichelsheim bietet während der Sommermonate an jedem zweiten Samstag im Monat „Geologie für Kinder“ an. Die nächste Führung findet also am 10. Juni statt. Treffpunkt ist jeweils um 14 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus in Ober-Ostern. Die Kinder sollten einen Fahrradhelm mitbringen und eine Taschen- und/oder Stirnlampe. Gummistiefel und robuste Kleidung sind sinnvoll. Weitere Infos unter Telefon 06164 913194.

Kumpels: Werner Götzinger (rechts)
ist zufrieden, denn das hat die Johanna gut gemacht. Der von ihr in einem
Stollen bei Ober-Ostern losgeschlagene Gesteinsbrocken enthält ganz viel
Baryt. Jeden zweiten Samstag im Monat bietet der Geologische Arbeitskreis
des Regionalmuseums Reichelsheim eine geführte Exkursion unter dem Motto
"Geologie für Kinder" an.
FOTO: KIRSTEN SUNDERMANN

Am 14. Februar 2006 berichtete das "Odenwälder Echo" auf Seite 14:
Am Thema vorbei geredet
Eisenbahngeschichte – Zuhörer erfahren in Reichelsheimer Museum nicht viel Neues über Odenwälder Projekte und warum sie gescheitert sind
VON REINHARD KÖTHE
REICHELSHEIM. Da hätte wohl so mancher Zuhörer im Saal mehr zum Thema beitragen können als der Referent: „Erdacht, geplant und nicht gebaut - Eisenbahnprojekte im Odenwald” war der Vortrag angekündigt, zu dem am Samstag weit mehr Interessierte ins Regionalmuseum Reichelsheim kamen als dort offensichtlich erwartet wurden. Denn stapelweise mussten noch Stühle herbeigeschafft werden.
Doch wer etwa Erhellendes und Hintergründiges, vielleicht sogar die eine oder andere Anekdote über die Bahngeschichte des Odenwaldes erwartet hatte, musste erst einmal eine Stunde lang zuhören, bis der Referent über die Eisenbahn-Anfänge in England und auf der Strecke Nürnberg-Fürth, verschiedene Spurweiten, die Taunusbahn und die Strecke vom Main an den Neckar erstmals zum angekündigten Punkt kam. Peter Breitenmeier, Geschäftsführer des Eisenbahnmuseums Darmstadt-Kranichstein, erschlug seine Zuhörer bis dahin mit Daten und Fakten. Aber zum eigentlichen Thema, der einstigen Spekulationsblase Eisenbahn mit all ihren kapitalistischen Ausprägungen erfuhren sie nicht viel Neues.
Und eigentlich konnte der Referent nur von der Strecke Bensheim-Lindenfels berichten, die über Jahrzehnte bis zur Zeit des Ersten Weltkriegs angedacht war, aber dann doch fallen gelassen wurde. Woran ist das Projekt letztlich gescheitert, was hätte es zu seiner Zeit gekostet, wer wollte es haben? Fehlanzeige.
Darmstadt habe darauf bestanden, dass die Odenwaldbahn vom Woog ausgehen müsse - doch das ist hinreichend bekannt. Aber dass die Strecke von den Investoren anfangs offensichtlich als Konkurrenz zur Main-Neckar-Bahn sogar zweigleisig geplant war, worauf der dafür dimensionierte Frau-Nauses-Tunnel schließen lässt, darauf ging Breitmeier nicht weiter ein. Auch die ehemalige Verbindung von Höchst nach Aschaffenburg, von Bayern als Staatsbahn gebaut, die private Stichbahn Schellekattel von Hetzbach nach Beerfelden und das vorrangig zum Transport des bei Bockenrod geförderten Manganerzes gebrauchte Odenwälder Lieschen von Reinheim nach Reichelsheim, wegen der Eile beim Bau teilweise auf der Landstraße trassiert, streifte der Referent lediglich oberflächlich. Und nur kurz erwähnte er die fast vergessene Verbindung von Neckarsteinach nach Schönau sowie die Schmalspurbahn von Mosbach nach Mudau, deren aufgegebene Trasse heute ein Radweg ist.
Dafür entschädigte Peter Breitmeier zum Schluss mit einer Diaserie über Dampflokfahrten auf der Odenwaldstrecke - und er vergaß nicht, reichlich Werbung für sein Museum zu machen.
Am 2. Januar 2006 berichtete das „Odenwälder Echo“ auf Seite 12 über das Jahresprogramm
Museumsarbeit zum Mitmachen
Jahresprogramm Regionalmuseum - Odenwälder Goldwäsche, Vorträge und informative Wanderungen
REICHELSHEIM. Der Arbeitskreis Regionalmuseum Reichelsheim hat für das Jubiläumsjahr 2006 sein Programm vorgelegt. Seit 40 Jahren gibt es das Bildarchiv Alt-Reichelsheim, und 30 Jahre wird unterhalb des Reichenberges Museumsarbeit geleistet. Die Ausstellung „Als wäre Leben im Ton” mit handmodellierten Weihnachtskrippen, ausdrucksstarken Kindergesichtern und Tierfiguren von Margarete Hoffmann (Klein-Gumpen) ist noch bis 29. Januar sonntags im Museum zu sehen. Die Tonfiguren können käuflich erworben werden.
Im historischen Rathaussaal des Museums stehen einige Veranstaltungen auf dem Programm. Dazu gehört der Vortrag „Erdacht, geplant und nicht gebaut”: Peter Breitmeier, Geschäftsführer des Eisenbahnmuseums Kranichstein, referiert am Samstag (11. Februar, 16.30 Uhr) über die Eisenbahn-Euphorie im Odenwald und die damit verbundenen Projekte gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Das Frühlingskonzert mit der Georg-August-Zinn-Schule bietet am Sonntag (19. März) um 17 Uhr einen Einblick in die musikalische Arbeit an der Schule.
Das Jubiläum „40 Jahre Bildarchiv Alt-Reichelsheim”, der Keimzelle des Regionalmuseums, soll eine Zeitreise werden. Die Ausstellung beginnt zum Michelsmarkt am Samstag (26. August) um 14.30 Uhr in der Reichenberghalle und ist danach bis 8. Oktober im Museum zu besichtigen.
„Heute back' ich, morgen brau' ich” lautet das Motto der 11. Reichelsheimer Märchen- und Sagentage am letzten Oktober-Wochenende. Die Ausstellung „Odenwälder Holz in Beruf und Freizeit” läuft vom 10. Dezember bis 29. Januar 2007. Bei den Aktionstagen zum Reichelsheimer Weihnachtsmarkt besteht die Möglichkeit, die Herstellung von Holzschindeln kennen zu lernen. Kinder basteln mit dem Beerfurther Gäulchesmacher Holzpferde. Historische Aufnahmen aus der Schatzkiste des Archivs sind wieder zum Michelsmarkt vom 26. bis 28. August in der Reichenberghalle zu sehen.
Die Wanderungen des Museumsarbeitskreises bekommen immer mehr Zuspruch. Auf den ersten Teil des Geopark-Lehrpfad geht es am 30. April, Teil zwei folgt am 1. Oktober. Weitere Führungen können unter Telefon 06164 50838 oder 913194 vereinbart werden. Bergbauwanderungen, die um 14 Uhr beginnen, stehen am 7. Mai (Rund um die Drahtseilbahn ab Bockenrod), 13. August (Uraltbergbau und Schwerspat ab Ober-Ostern), 10. September (Geologische Vielfalt um Ober-Kainsbach), 8. Oktober (Zwischen Granit und Sandstein ab Rohrbach) im Plan. In der Kategorie Geologie für Kinder, jeweils samstags um 14 Uhr ab Vereinshalle Ober-Ostern, stehen die Termine 13. Mai, 17. Juni, 15. Juli, 12. August, 9. September und 7. Oktober fest. Dabei suchen die Kinder im Stollen eines ehemaligen Bergwerks und auf alten Abraumhalden nach Gesteinen.
Zwei Leckerbissen bietet das Museum auf Nachfrage an: Goldwaschen in Odenwälder Bächen ist unter Telefon 06164 913194 zu buchen. Ein Tonmodellierkurs unter Leitung der Künstlerin Margarete Hoffmann knüpft an die laufende Ausstellung „Als wäre Leben im Ton” an (Telefon 06164 2369 oder 913647).
Alle Termine stehen im Faltblatt „Jahresprogramm 2006”. Es ist sonntags im Museum während der Öffnungszeiten von 15 bis 17 Uhr, in der Gemeindeverwaltung, in Reichelsheimer Geschäften oder im Internet unter www.museum-reichelsheim.de zu erhalten. e
Am 22. Dezember 2005 berichtete die „Südhessen
Woche“ auf der Titelseite:

40 Jahre Bildarchiv „Alt-Reichelsheim“ - 30 Jahre Museumsarbeit in Reichelsheim
2006 ein besonderes Veranstaltungsjahr
REICHELSHEIM (SW). Während der letzten Zusammenkunft des Arbeitskreises Regionalmuseum Reichelsheim Odenwald wurde von Museumsleiter Wolfgang Schwinn nicht nur ein Rückblick auf die Aktivitäten des zu Ende gehenden Jahres gegeben sondern auch auf das Jubiläumsjahr 2006 verwiesen. 40 Jahre Bildarchiv „Alt-Reichelsheim“ und 30 Jahre Museumsarbeit in Reichelsheim haben die Mitglieder des Arbeitskreises veranlasst, wieder eine breite Palette abwechslungsreicher Veranstaltungen für nächstes Jahr zu präsentieren.
So wird zunächst die kürzlich begonnene Ausstellung „Als wäre Leben im Ton“ mit handmodellierten Weihnachtskrippen, ausdrucksstarken Kindergesichtern und lebensnahen Tierfiguren von Margarete Hoffmann, Klein-Gumpen, bis einschließlich 29. Januar fortgesetzt.
Im historischen Rathaussaal des Museums stehen danach weitere Sonderveranstaltungen auf dem Programm. Dazu gehört der Vortrag „erdacht, geplant und nicht gebaut“, bei dem Peter Breitmeier, Geschäftsführer des Eisenbahnmuseums Darmstadt-Kranichstein, anhand von Bild- und Kartenmaterial über die Eisenbahn-Euphorie im Odenwald und die damit verbundenen Eisenbahnprojekte gegen Ende des 19. Jahrhunderts referiert. Die Veranstaltung findet am Samstag, dem 11. Februar 2006 um 16.30 Uhr statt.
Beim Frühlingskonzert mit der Georg-August-Zinn-Schule, Reichelsheim, das am Sonntag, dem 19. März von 17:00 bis 18:00 Uhr aufgeführt wird, bilden die musikalischen Beiträge der Lehrer und Schüler ein buntes Frühlingsprogramm und geben einen Einblick in die Arbeit an der Schule.
Das Jubiläum „40 Jahre Bildarchiv ,Alt-Reichelsheim' - Keimzelle des Regionalmuseums -“ stellt eine Zeitreise dar, während der der Arbeitskreis des Regionalmuseums typische Gegenstände und Reichelsheimer Bilder der letzten 40 Jahre präsentiert. Die Ausstellung beginnt zum Michelsmarkt am Samstag, dem 26. August, um 14.30 Uhr in der Reichenberghalle und ist danach bis 8. Oktober zu sehen.
„Heute back' ich, morgen brau' ich“ lautet das Motto der 11. Reichelsheimer Märchen- und Sagentage 2006. Am 27. Oktober wird das sagenhafte Wochenende im geschichtsträchtigen Rathaussaal mit anschließender Wochenendausstellung eröffnet.
Die Ausstellung „Odenwälder Holz in Beruf und Freizeit“ findet vom 10. Dezember 2006 bis 29. Januar 2007 statt. Bei den zugehörigen Aktionstagen zum Reichelsheimer Weihnachtsmarkt besteht die Möglichkeit die Arbeitsgänge bei der Herstellung von Holzschindeln kennen zu lernen. Gleichzeitig können die Kinder mit dem Beerfurther Gäulchesmacher Holzpferde basteln und alle Besucher haben die Gelegenheit Bastelarbeiten der Reichelsheimer Landfrauen zu erwerben.
Neben diesen Sonderveranstaltungen stellt das Museum wieder gern gesehene historische Aufnahmen aus der Schatzkiste seines Archivs unter dem Motto „Reichelsheim früher und heute“ zum 58. Reichelsheimer Michelsmarkt vom 26. bis 28. August in der Reichenberghalle aus.
Wieder zahlreiche Wanderungen
REICHELSHEIM (SW). Die
beliebten Wanderungen des Museumsarbeitskreises werden ebenfalls wieder
zahlreich angeboten. Die unter fachkundiger Führung geleiteten Wanderungen auf
dem Geopark-Lehrpfad sind für Sonntag, den 30. April, Teil 1 (Beginn: 14 Uhr,
Parkplatz Geopark, Vierstöck) und Sonntag, den 1. Oktober 2006, Teil 2 (Beginn:
14 Uhr, Feuerwehrhaus Rohrbach) terminiert. Weitere Führungen können unter
Telefon 06164 50838 oder 06164 913194 vereinbart werden.
Folgende Bergbauwanderungen, die alle um 14 Uhr beginnen, stehen auf dem
Jahresprogramm 2006: Sonntag, 7. Mai: Wanderung „Rund um die Drahtseilbahn“ (Treffepunkt:
Ortsmitte Bockenrod), Sonntag, 13. August: Wanderung „Uraltbergbau und
Schwerspat“ (Vereinshalle Ober-Ostern), Sonntag, 10. September: Wanderung
„Geologische Vielfalt um Ober-Kainsbach“ (Parkplatz Geopark, Vierstöck) und
Sonntag, 8. Oktober: Wanderung „Zwischen Granit und Sandstein“ (Feuerwehrhaus
Rohrbach).
In der Kategorie Geologie für Kinder, wozu sich die Teilnehmer jeweils samstags um 14 Uhr an der Vereinshalle Ober-Ostern treffen, werden folgende Termine angeboten: 13. Mai, 17. Juni, 15. Juli, 12. August, 9. September und 7. Oktober. Bei diesen Veranstaltungen suchen die Kinder im Stollen eines ehemaligen Bergwerks und auf alten Abraumhalden unter fachmännischer Anleitung nach Gesteinen. Geschichten rund um den Bergbau machen die Veranstaltung zu einem unvergesslichen Erlebnis. Fahrradhelm, Taschenlampe, Eimer und Hammer sollten nicht vergessen werden.
Zwei besondere Leckerbissen bietet das Museum auf Nachfrage an: Mit der Aktion Goldwaschen, die unter Telefon 06164 913194 gebucht werden kann, haben alle modernen Goldwäscher die Chance, das edle Metall aus den Bächen des Odenwaldes herauszuholen. Ein Tonmodellierkurs knüpft an die Veranstaltung „Als wäre Leben im Ton“ an und bietet die Möglichkeit, unter fachlicher Anleitung der Künstlerin Margarete Hoffmann eigene Figuren aus Ton entstehen zu lassen. Voranmeldungen werden unter Telefon 06164 2369 oder 913647 erbeten.
Faltblatt nennt Termine
REICHELSHEIM (SW). Die Veranstaltungen
des Regionalmuseum können im Faltblatt „Jahresprogramm 2006“ nachgelesen werden.
Es ist sonntags im Museum während der Öffnungszeiten von 15 bis 17 Uhr, in der
Gemeindeverwaltung, in Reichelsheimer Geschäften, unter Telefon 06164 2369 oder
50826 und im Internet unter
www.museum-reichelsheim.de zu erhalten.
Ein Klumpen weckt die Leidenschaft
Adventsausstellung -
Im Regionalmuseum sind Werke von Margarete Hoffmann mit anderen Motiven aus Ton zu sehen
VON
REICHELSHEIM. Ein Klumpen Ton war es, den die Tochter von der
Schule mit nach Hause brachte und der Mutter auf den Tisch legte. „Igitt, was
ist das?" war deren erste Reaktion. Doch sie befolgte schließlich die
Aufforderung des Kindes „Komm, lass uns etwas daraus machen!", und formte mit
geschickten Händen einen kleinen Pudel aus dem Naturmaterial. So wurde eine
Leidenschaft geweckt, von der die mittlerweile siebzigjährige Margarete Hoffmann
bis heute nicht los kommt.
„Als wäre Leben im Ton" - das spürten auch die Besucher der vorweihnachtlichen
Sonderausstellung im Regionalmuseum bei der Eröffnung am zweiten Adventssonntag.
Neben den lebensnahen Tierfiguren, auf Bänken entlang den weißgetünchten Wänden
ausgestellt, beeindruckten die Ruhe und Frieden ausstrahlenden Engel und
handmodellierten, ansprechenden Krippenfiguren in unterschiedlichen Größen in
den Glasvitrinen. Vor allem aber fesselten den Betrachter die Kindergestalten
mit ihren ausdrucksvollen und fein modellierten Gesichtern, aus denen
gleichermaßen die Liebe zum „Objekt" und zum Detail sprach.
Birgit Kalberlah, verantwortlich für Vorbereitung und Präsentation der
Ausstellung, berichtete von den unzähligen Tonbewohnern im Hause Hoffmann in
Klein-Gumpen und von der „Qual der Wahl" bei den Exponaten. In einem kurzen
Abriss schilderte sie den Lebenslauf der 1935 in Griesheim bei Darmstadt
geborenen Gestalterin, die künstlerisch durch den Vater, einen Maler von
Landschaften und Portraits in Aquarell und Öl, vorbelastet ist.
Ihre Heirat führte Margarete Hoffmann 1954 nach Gelsenkirchen, wo sie nach der
ersten Begegnung mit dem Werkstoff Ton in Kursen die Technik des Töpferns von
Gebrauchsgegenständen erlernte. Doch ihre Begabung lag im erschaffenden und
figürlichen Arbeiten. Von der Bottroper Künstlerin Julia Limpke (Mitarbeiterin
der Firma Göbel, Hersteller der Hummel-Figuren) übernahm sie eine spezielle
Aufbautechnik für das Modellieren der Tonfiguren, die sie bis heute beibehalten
hat.
Von den eigenen Kindern und ihrem Beruf als Erzieherin angeregt, fand sie
alsbald ihren ganz persönlichen Stil und ihre liebsten Modelle: Die Kinder
(inzwischen auch die Enkel) . Es sind insbesondere die Gesichter, deren
Faszination sie nicht losgelassen hat. Angespornt von ihrem Ehrgeiz und großer
Schaffensfreude entstanden immer mehr Arbeiten, die sie im Ruhrgebiet und nach
dem Umzug in ihre Wahlheimat 1998 auch in der Region in zahlreichen
Ausstellungen präsentierte.
Die rührige, selbstkritische Künstlerin arbeitet mit hellem und dunklem Ton
(„Farben übertünchen die Gesichtszüge") durchaus schon einmal 16 Stunden an
einer Figur. Gerade diese Schlichtheit und Ursprünglichkeit des Materials in der
prägnanten Ausgestaltung verleihen ihren Geschöpfen eine so lebendige
Ausstrahlung und Authentizität.
Am nächsten Sonntag (11.) von 14 bis 18 Uhr gibt Margarete Hoffmann allen
Interessierten einen Einblick in die Kunst des Handmodellierens in der
Ausstellung. Diese ist bis zum 29. Januar 2006 jeweils sonntags von 15 bis 17
Uhr zu besichtigen. Während der gesamten Dauer der Schau können die Exponate
auch käuflich erworben werden.
Über die Fahrradexkursion berichtete das „Odenwälder Echo“ am 6. Oktober 2005 auf Seite 14:
Ein Pfeifen klingt nach
Odenwälder Lieschen - 25 Radler unternehmen Exkursion auf der ehemaligen Trasse des legendären Dampfzuges im Gersprenztal
REICHELSHEIM. Zum
zweiten Mal fuhren am Sonntag auf den Spuren des „Odenwälder Lieschens”
25 Radler entlang der ehemaligen Trasse der
Reinheim-Reichelsheimer Eisenbahn (RRE), der Oktoberfrische samt gelegentlichem
Nieselregen trotzend. „In den Waggons des Lieschens wäre es zwar trockener, aber
nicht wärmer gewesen!”, so der Kommentar eines Teilnehmers, der als Lehrling mit
der einstigen Regionalbahn gefahren war.
Von Neugier getrieben die einen, sich erinnernd und rückblickend die anderen - gemeinsam nahmen sie unter der sachkundigen Führung von Wolfgang A. W. Kalberlah, Abteilungsleiter für den Eisenbahnbereich im Reichelsheimer Regionalmuseum, an der nostalgischen Reise in die Vergangenheit teil; ehemalige „Lieschen-Fahrer” zeichneten mit unterhaltsamen Anekdötchen und Geschichten ein lebendiges Bild der „Maschinen, die nach feuchtem Dampf, verbrannter Kohle und heißem Öl rochen, deren Lokomotivglocken durchdringend läuteten und deren Pfeifsignale durch die Berge hallten”.
Nach einem Abstecher ins Regionalmuseum wurde der ehemalige Reichelsheimer Bahnhof an der Volksbank angesteuert; er war einst der größte an der Strecke und ist als einziger gänzlich verschwunden. Der nächste Halt erfolgte in Bockenrod.
Dort wurde das in Bergwerken zwischen Ostern und Bockenrod gewonnene Manganerz mit einer Seilbahn bis zum Ladegleis transportiert und anschließend zur Verhüttung in das Saarland und nach Lothringen gefahren. In Beerfurth wurde der Ton aus der Grube in Vierstöck verladen. Nieder-Kainsbach und Fränkisch-Crumbach hatten einen gemeinsamen Bahnhof an der heutigen Bundesstraße 38; von dieser Stelle wurde beispielsweise neben Trockengemüse für die Marine auch Baryt (Schwerspat) befördert.
Der Brensbacher Bahnhof befindet sich heute in Privatbesitz; an den Hauswänden befinden sich noch die Originalbeschläge sowie der alte Wasserstein. Groß-Bieberaus Bahnstation besaß eine Schotterverladeanlage; der Buchstabe P auf dem den Verkehr regelnden Trapezschild bedeutete nicht etwa Parken, sondern erinnerte den Lokführer ans Pfeifen.
Das Lieschen fuhr von 1887 bis 1963. Die größte Gütermenge, 64 444 Tonnen, wurde 1910/11 transportiert. Die meisten Personen hingegen wurden 1957 befördert, 758 800 an der Zahl. In ihrer Blütezeit beschäftigte die RRE bis zu 80 Personen. Das Bähnchen verwandelte sich in den Fünfzigerjahren gar in einen Vergnügungszug gemäß dem Motto: „Caramba - im Lieschen tanzt man Samba”: Ein leerer Güterwaggon war für die Tänzer reserviert, die Reichelsheimer „Melodia-Kapelle” spielte, und ein Personenwagen wurde zur Bar umfunktioniert. Flankiert von Radfahrern, die keine Eintrittskarten mehr bekommen hatten, traf der „Samba-Express” in Reinheim ein - längst war das Getränkedepot geleert und musste für die Rückfahrt neu aufgefüllt werden.
Lange Efeustränge ranken heute in den Reinheimer Tunnel herab, bei dessen Bau ein Teil des Friedhofsgeländes abgetragen und später wieder aufgeschüttet wurde. Wohl wissend, dass kein Zug kommt, konnten die Exkursionsteilnehmer eine Tunnelbegehung vornehmen, bevor sie nach knapp sechs Stunden abwechslungsreicher und aufschlussreicher Spurensuche inklusive Mittagsrast an der Endstation Bahnhof Reinheim eintrafen.
Das „Lieschen”, dem Gleis zehn vorbehalten war, hat zu seiner Zeit für diese Strecke vierzig Minuten gebraucht. kof
Am 21. September 2005 stellte das „Odenwälder Echo“ auf Seite 13 vor:
Eine sagenhafte Erfolgsgeschichte
Sonderausstellung – Wildweibchenpreisträger aus zehn Jahren begleiten Geschichte der Märchentage im Regionalmuseum
VON
REICHELSHEIM. Im alten Sandsteingemäuer des Regionalmuseums geben sich jetzt zehn Berühmtheiten der Reichelsheimer Märchentage ein Stelldichein - freilich nicht persönlich. Doch Fotos und Texte vermitteln einen lebendigen Eindruck der unterschiedlichen Charaktere, die eines gemeinsam haben: Sie sind alle Träger des Wildweibchenpreises. Dieser Literaturpreis wird seit 1996 jährlich von der Odenwaldgemeinde verliehen und ist mit 1500 Euro dotiert.
Neben den Vitrinen, in denen die Werke der Autoren ausgestellt sind, zeigen diverse Stellwände in Wort und Bild sehr detailliert die jeweiligen Höhepunkte der Märchen- und Sagentage vergangener Jahre.
Und so trat Cheforganisator Jochen Rietdorf im prächtigen mittelalterlichen Gewand bei der Ausstellungseröffnung als Chronist auf, der die Geschichte der Märchen- und Sagentage Revue passieren ließ: Im Jahr 1995 entstand die Idee, die zahlreichen Sagen und Geschichten im Odenwald und aus dem Rodensteiner Land im Rahmen einer Veranstaltung zu präsentieren: Die „Reichelsheimer Märchen- und Sagentagen” waren geboren und wurden erstmals unter dem Motto „Siegfried und der sagenhafte Odenwald“ im Juli 1996 ausgerichtet.
Es gab Lesungen, Filmvorführungen, einen Märchen- und Sagenmarkt
sowie die Festveranstaltung zur Verleihung des Wildweibchenpreises. Erster
Preisträger war dann Willi Fährmann. Seit dem hat die Veranstaltung ihren festen
Platz im jährlichen Veranstaltungskalender der
Gemeinde.
Preisträger 1997 war Hans Christian Kirsch alias Frederik Hetman. Das Motto
damals: „Märchen erzählen – Märchen verstehen.
Im Jahr 1998 überraschten die Veranstalter mit einem Hexen-Fackelzug. Das Thema dementsprechend: „Engel, Hexen, Hochzeitsgeister”, Preisträger war Otfried Preußler. Ihm folgte 1999 der „Räuberspezialist” Michail Krausnick mit „Rittern, Räubern und Abenteuern”.
Inzwischen lockte auch ein mittelalterlicher Markt, und Landrat Horst Schnur sprach gar vom „rasanten Aufstieg der Märchen- und Sagentage, die im Odenwald Akzente gesetzt und die Aufmerksamkeit auf diese Region gerichtet haben”.
Unter dem Motto „Mythen, Magier Fabelwesen” erhielt Cornelia Funcke dann im Jahr 2000 den märchenhaften Preis. Gastgruppen aus Dol de Bretagne und Jablonka beteiligten sich am Programm.
Preisträger ein Jahr später war Paul Maar - das Thema hieß „Götter, Geister, Spukgeschichten”. Ergebnis erfolgreicher Öffentlichkeitsarbeit war ein Film in der HR-Reihe „Hessen unterwegs”. Der Märchenfestzug erwies sich als Publikumsmagnet. Doch selbst „Zwerge, Riesen und Fantasiegestalten” waren machtlos gegenüber einer Orkan- und Sturmwarnung. Die verantwortungsbewussten Veranstalter ließen damals aus Sicherheitsgründen am Festsonntag 2002 alle Veranstaltungen absagen bis auf die überwältigende „Anatevka“-Aufführung des Jugendchors in der Reichelsheimer Reichenberghalle. Ein Novum auch: die erfolgreiche Einführung der „Langen Nacht der Märchen” nur für Erwachsene, die Preisträgerin hieß damals Christine Nöstlinger.
Ein mittelalterliches Konzert erweiterte das Programm im Folgejahr, Sonderausstellungen regionaler Künstler wurden mit einbezogen. Losungsspruch 2003 war „Masken, Mächte, alte Bräuche”. Die mittlerweile siebzigjährige Preisträgerin des Jahres 2003, Sigrid Früh, war mit ihrem Ehemann zur Ausstellungseröffnung am Sonntag gekommen und erfreute mit ihrer unvergleichlichen Kunst des Märchenerzählens aufs Neue.
Da stand die quirlige Schwäbin mit dem anheimelnden Dialekt - sie ist eine leibhaftige Nachfahrin des Arztes und Dichters Justinus Kerner - im eleganten Kostüm und den roten Haaren auf der Steintreppe. Die Märchen- und Sagenforscherin, die Landesgeschichte, Germanistik und Volkskunde in Tübingen und Zürich studiert hat, entführte ins ferne Russland mit dem Märchen „Zarewna Frosch”, erzählte vom „Ritt auf den Glasberg” und „Das Märchen von Frau Holles Apfelgarten”.
Ihrer Mimik und ihrer Gestik mit ausdrucksvoll fließenden Handbewegungen und der Wandelbarkeit ihrer Stimme, da schmeichelnd und lockend, dort fordernd und drohend, konnte sich niemand entziehen. Lächelnde Gesichter und lauter Beifall dankten für diesen Ausflug in die Märchenwelt, wo Gerechtigkeit herrscht und das Gute fast immer siegt.
Im vergangenen Jahr beteiligten sich die Kindergärten mit Bilderausstellungen zum Thema „Sagen, Träume, Schlossgespenster”, Heinrich Pleticha wurde als Preisträger benannt. Im Jubiläumsjahr 2005 geht die Würdigung an Erhard Dietl. „Otto der kleine Pirat” steht für das Jubiläumsmotto „Piraten, Händler, ferne Länder”.
Zum Schluss verriet Jochen Rietdorf, dass sich sechs Wildweibchenpreisträger für eine Signierstunde während der kommenden Märchen- und Sagentage (28. bis 30. Oktober) angesagt hätten.
Über eine Bergbauwanderung berichtete die „Odenwälder Heimatzeitung“ am 12. August 2005 auf Seite 11:


Über die Aktion „Eisengewinnung“ im Rennofen schrieb die Südhessen Woche am 28. Juli 2005 auf Seite 1:
